Boni: Die UBS greift in die Trickkiste

Team@shutterstock.com

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Das UBS Wealth Management in den USA adjustiert für das kommende Jahr seine Bonuspolitik. Neu ist die Höhe des Bonus eines Kundenberaters von der Leistung des jeweils umsatzstärksten Teammitglieds abhängig, wie das «Walls Street Journal» (Artikel bezahlpflichtig) kürzlich berichtete.

Diese flexible Handhabung erlaube es Teamleitern, ihre Boni mit den Junior-Beratern zu teilen, sagte Jason Chandler, Leiter UBS Wealth Management für die Ost-USA, gegenüber dem «Wall Street Journal».

Hohe Ertragshürde

Doch ganz so solidarisch geht es dann doch nicht zu und her. Denn um in den Genuss eines Bonus zu kommen, muss jeder Kundenberater innerhalb des Teams ein Minimum an Erträgen pro Jahr erwirtschaften, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Diese Schwelle liegt bei 750'000 Dollar.

Der Druck auf jedes einzelne Teammitglied nimmt somit zu. Denn sollte einer diese Schwelle nicht erreichen, gehen alle anderen leer aus.

Zusammen besser als alleine

Mit der Änderung wolle die UBS Einzelkämpfer motivieren, stärker mit den Teamkollegen zusammenzuarbeiten, so Chandler weiter. So liesse sich ein besserer Service für Kunden erzielen als wenn jeder für sich arbeite.

Zwar gab Chandler nicht bekannt, wie viele der UBS-Berater nun im Team arbeiten würden. Die Anzahl an Teams nehme aber jedes Jahr zu. Überdies seien Teams erfolgreicher in der Akquise von Neugeldern als Einzelgänger.

Die Wissenschaft stützt Chandlers Aussage. Demnach hat das kanadische Researchunternehmen PriceMetrix in einer kürzlich erschienenen Studie rund 40'000 Berater in Augenschein genommen und kam zum Schluss, dass Gruppen von mindestens zwei Personen die Einzelkämpfer hinsichtlich Akquise von Kundengeldern sowie bei den Einnahmen von Gebühren- und Kommissionen übertreffen. 

Effizienz steigern

Die Änderung der Bonuspolitik dürfte im Zusammenhang mit dem nach wie vor hohen Kosten-Ertrags-Verhältnis der UBS Americas zusammenhängen. Mit knapp 86 Prozent liegt die Kennzahl nämlich höher als bei anderen Wealth-Management-Regionen der Grossbank. 

Die Adjustierung der Bonuspolitik diene dem Zweck wettbewerbsfähig zu bleiben und die besten Talente im Hause zu behalten, so Chandler. 

«War for Talent»

Der Kampf um die besten Talente hat sich in den USA nochmals verschärft, seit die Credit Suisse (CS) letzten Oktober ihr US-Private-Banking-Geschäft an den Finanzdienstleister Wells Fargo verkaufte.

Dabei rückte die UBS ins Rampenlicht. Denn sie angelte sich zahlreiche Beraterteams von der CS und kam so zu zusätzlichen Kundengeldern im Umfang von mehreren Milliarden Dollar, wie auch finews.ch berichtete.

Um der Abwerberei ein Ende zu setzen, reichte die CS deshalb eine Beschwerde gegen die UBS bei der US-Aufsichtsbehörde Finra ein.

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