Tom Hayes: So geht's ihm im Knast

Tom Hayes (Bild: Keystone)

Tom Hayes (Bild: Keystone)

Leibesvisitationen, Einzelhaft und Impfungen gegen die Folgen von Bissattacken – dies und anderes hat der seit August inhaftierte ehemalige UBS-Händler Tom Hayes bislang über sich ergehen lassen müssen.

Der wegen Manipulation der Libor-Zinssätze verurteilte Händler Tom Hayes wurde zu Beginn seiner Gefängnisstrafe 23 Stunden lang in Einzelhaft gehalten. Dies geht aus einer Serie von Briefen hervor, in welchen er seine Erlebnisse niederschrieb, wie der «Guardian» kürzlich berichtete.

Die Einzelhaft wurde demnach zu seinem eigenen Schutz angeordnet. Zusätzlich wurden drei Gefängniswärter abkommandiert, die ihn vor Übergriffen der Insassen bewahren sollten. Sie begleiteten ihn zu seinem täglichen 30-minütigen «Workout» im Hof, wenn er Duschen ging und bei der Verpflegung in der Gefängniskantine.

«Lichtterror» gegen Suizid

Zudem ging in seiner Zelle stündlich das Licht an. «Man kontrollierte, ob ich noch am Leben sei», so der 36-Jährige. Die Massnahme wurde angeordnet, weil er als selbstmordgefährdet eingestuft worden war.

In den ersten Tagen seiner Haft fand Hayes offenbar kaum Schlaf. Er fürchtete sich vor den anderen Insassen, die sein Gesicht aus den Medien kannten. «Sie glaubten fälschlicherweise, ich hätte Milliarden in meine eigene Tasche gesteckt», so Hayes.

Aus Angst vor den Folgen möglicher Angriffe liess er sich im Gefängnis denn auch gegen Hepatitis B impfen – eine Massnahme, zu der das Pflegepersonal generell rate. Er habe mehrere Bissattacken beobachtet, so der Ex-UBS-Banker.

Wie ein Lottogewinn

Nach elf Tagen im Gefängnis Wandsworth in London wurde Hayes nach Nottingham in der Region East Midlands verlegt. Ihm sei von Gefängniswärtern gesagt worden, dies sei wie ein Lottogewinn. Insassen würden ihren rechten Arm hergeben, um dorthin zu gelangen.

Doch laut Hayes seien auch in Nottingham die Verhältnisse alles andere als angenehm. Schlägereien und der Konsum von Drogen – auch Überdosen – gehörten dort offenbar zum Gefängnisalltag.

Doch mittlerweile habe er sich an das Leben hinter Gittern gewöhnt, so Hayes. Das gelte auch für die täglichen Leibesvisitationen – eine Praxis, die ihm zuvor die Schamröte ins Gesicht trieb.

Auf den Vogel gekommen

Er liege nun oft auf dem Bett und zerbreche sich den Kopf darüber, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Und er sei unter die Ornithologen gegangen, so Hayes – ein Zeitvertreib, dem er schon in Wandsworth frönte.

Zu sehen, wie die Vögel und er am selben Ort lebten mit dem Unterschied, dass sie frei seien und er nicht, das mute schon komisch an, schrieb Hayes.

Ursprünglich hätte der gebürtige Brite eine 14-jährige Haftstrafe absitzen sollen. Doch ein Berufungsgericht in London senkte kurz vor Weihnachten die Haftstrafe für den ehemaligen Angestellten der Schweizer Grossbank UBS auf elf Jahre. Das Gericht liess mildernde Umstände wie etwa das bei Hayes diagnostizierte Asperger-Syndrom gelten, wie auch finews.ch berichtete.

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