BTG/BSI: Finale mit neuem Spieler

BTG Pactual

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Die brasilianische Bank BTG Pactual hat wieder Tritt gefasst. Trotzdem will sie die Tessiner Tochter BSI verkaufen. Und: Es ist ein neuer Bieter im Rennen, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Die Affäre um ihren CEO André Esteves hat für die brasilianische Bank BTG Pactual letzten Dezember überraschend eine Wendung zum Besseren genommen. Doch an der delikaten Lage der Schweizer BTG-Tochter BSI ändert sich nichts.

Wie Recherchen von finews.ch bei intimen Kennern der jetzigen Verhandlungen ergaben, hält die BTG nämlich am auf der Höhe der Esteves-Affäre eingeschlagenen Kurs fest. Sie will die Tessiner Privatbank, die sie erst letzten September endgültig übernehmen konnte, verkaufen.

Das ist neu: Noch letzten Dezember berichteten dieselben Quellen, es sei höchst unklar, dass BTG ihre neu gewonnene Schweizer Tochter bereits wieder abstossen werde. Eine entsprechende Anfrage von finews.ch wollte BTG Pactual nicht kommentieren.

Kein Notverkauf

Allerdings scheint klar, dass es zu keinem «fire sale», also keinem Notverkauf kommen wird. Denn mittlerweile hat sich das brasilianische Mutterhaus offenbar soweit stabilisiert, dass seine Zahlungsfähigkeit auf die nächsten zwölf Monate hinaus gesichert ist. Damit besteht kein Druck, BSI hastig und zu einem Schleuderpreis abzustossen.

Die Kenner der Verhandlungen wollen von «sehr ernsthaften» Geboten für die Tessiner Privatbank wissen. Laut Medienberichten sollen sich unter den Interessenten auch die Schweizer Banken Credit Suisse, Julius Bär, J. Safra Sarasin und EFG International finden.

Jüngsten Spekulationen zufolge gesellt sich ein weiterer möglicher Käufer hinzu: Die ebenfalls brasilianische Banco Itaú, die seit 2010 mit einer eigenen Privatbank in der Schweiz aktiv ist und in der rollenden Konsolidierungs-Welle wiederholt als Käuferin genannt wurde.

Banco Itaú mit intakten Chancen

Die Banco Itaú hat zudem intakte Chancen, das Plazet von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) zu erhalten. Laut den Insidern zieht die Aufsicht nämlich jene Interessenten an BSI vor, die schon in der Schweiz reguliert sind. Und das wäre bei der Banco Itaú durchaus der Fall.

Derweil ist BTG Pactual offenbar willens, über die zwischengeschaltete Übernahme-Spezialistin Lazard einen möglichst hohen Preis für BSI herauszuschlagen.

Das scheint gerechtfertigt, sagen Kenner der Verhandlungen: BSI sei einer der letzten «freistehenden» Schweizer Privatbanken und verfüge noch dazu über ein skalierbares Geschäft.

Man darf gespannt sein, wie schnell sich nun der Bieterkampf aufheizt.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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