Fintech: Durchbruch ins Leere

Durchbruch, Bild Shutterstock

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Als «Weihnachtsgeschenk» wurde die Initiative der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht (Finma) in der Branche gelobt: Am 21. Dezember des letzten Jahres hat die Aufsicht ein Rundschreiben lanciert, dass es etwa Banken und Versicherungen erlauben soll, unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen eine Geschäftsbeziehung mit einem Kunden mittels Video oder per Internet aufzunehmen.

Das «Digital Onboarding» ist für zahlreiche Fintech-Innovationen eine Grundvoraussetzung. Bislang waren Finanzintermediäre durch das Schweizer Aufsichtsrecht gezwungen, dass Kunden etwa bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen zwingend handschriftliche Signaturen leisten oder sogar persönlich vorsprechen mussten.

Minimaler Rücklauf

Ein lang ersehnter Durchbruch also. Umso mehr erstaunt es, dass sich kaum jemand in der Schweizer Fintech-Szene bisher die Finma-Initiative diskutierte. Öffentlich zu Wort meldete sich lediglich Andre Duka, Gründer und Co-CEO der Online-Trading-Bank Dukascopy in Genf, wie auch finews.ch berichtete.

Die Branchen-Vereinigung Swiss Finance + Technology Association (Swiss FinteCH) versuchte dieser Tage ihrerseits mit einem Aufruf, ihre Mitglieder zu Wortmeldungen zu ermuntern. Bislang ohne viel Erfolg, wie es beim Verband auf Anfrage von finews.ch hin heisst – der Rücklauf sei minimal.

Die Zeit drängt

Dabei drängt die Zeit. Die Anhörungsfrist zum Finma-Rundschreiben endet am 18. Januar – also in weniger als einer Woche. Und wie die Stellungnahme von Banker Duka zeigte, gibt es durchaus Stoff für Diskussionen.

Das Schweigen der Fintech-Szene irritiert auch deshalb, weil diese allenthalben über die Untätigkeit der Aufsicht wetterte. Letzten September formulierte Finma-Direktor Mark Branson jedoch überraschend eine Art Fintech-Masterplan für den Finanzplatz – und schob letzten Dezember das wichtige Rundschreiben nach.

In den Ferien

Der Fintech-Szene, die subito ein besseres regulatorisches Umfeld forderte, wurde davon offensichtlich überrumpelt. Die Finma habe den Zeitpunkt für die Lancierung taktisch ungünstig gewählt – die Leute seien ja noch in den Ferien, heisst es nun allenthalben.

Christian Dreyer, Chef der Standes-Organisation CFA Society Switzerland und Vorstands-Mitglied von Swiss FinteCH, relativiert. «Die Eingabefrist ist kurz bemessen», sagt er. Dies habe aber wohl auch damit zu tun, dass die Aufsicht unter hohem Erwartungsdruck seitens der Branche stehe, schnell eine Lösung zu präsentieren.

Eine knappe Woche

Die erst letzten August aus der Taufe gehobene Vereinigung Swiss FinteCH will nun jedoch die Diskussion forcieren. «Wir untersuchen derzeit genau, wie sich die Schweizer Regulierung von ausländischen Richtlinien unterscheiden würde», sagt Dreyer. Zudem kontaktiert die Vereinigung jetzt aktiv Personen und Firmen, die «eigentlich eine Meinung zum Rundschreiben haben müssten», wie es heisst.

Dazu verbleibt noch eine knappe Woche Zeit.

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NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2016 einen leicht tieferen Umsatz (-0,3 Prozent) auf gut 425 Millionen Franken realisiert. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

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