Christian Bittar: Ein Skandalbanker mit Schweizer Verbindungen

Westminster Magistrates' Court, Bild Wikimedia

Westminster Magistrates' Court, Bild Wikimedia

1,4 Millionen Franken: Soviel muss der ehemalige Deutschbanker Christian Bittar nur schon bezahlen, um auf freiem Fuss zu bleiben. Im Vorfeld des Prozesses gegen ihn in London wurde dem einst bestbezahlten Trader der deutschen Grossbank gleich eine happige Kaution aufgebrummt, wie unter anderem das deutsche «Handelsblatt» berichtete.

Bittar wird zu den zwölf Bankern gezählt, die den Euribor manipuliert haben sollen. Über Jahre hätten Trader verschiedener Banken den wichtigen Referenzzins durch illegale Absprachen unter anderem in Chatrooms manipuliert, so der Vorwurf. Letzten November hatte das britische Serious Fraud Office (SFO), die britische Spezialeinheit im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität, die Händler angeklagt.

Spuren führten in die Schweiz

Zu Wochenbeginn erschien neben dem 44-jährigen Franzosen Bittar auch ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank vor dem Westminster Magistrates' Court (Bild) in London. Ebenso kamen frühere Angestellte der britischen Grossbank Barclays und einer der französischen Bank Société Générale zur Anhörung, wie berichtet wurde.

Doch das Netz der mutmasslich in die Zinsmanipulationen verstrickten Personen reicht weiter – und einstmals bis hinein in die Schweiz. Im Zusammenhang mit den Euribor- und Libor-Ermittlungen war nämlich bereits 2012 ruchbar geworden, dass die Behörden ausser gegen Bittar auch gegen den Ex-Crédit-Agricole-Banker Mickaël Zrihen ermittelten.

Bei Lombard Odier suspendiert

Wie auch finews.ch damals berichtete, war Zrihen damals schon zur noblen Privatbank Lombard Odier in Genf gewechselt. Aufgrund der Untersuchungen wurde Zrihen dort suspendiert, wie das Institut damals zu Protokoll gab. Die Bank betonte zudem, niemals eine Rolle bei Manipulationen von Libor und Euribor gehabt zu haben.

Offensichtlich trennte sich die Bank im Nachgang zu den Schlagzeilen rasch von Zrihen. Auf Anfrage von  finews.ch hiess es beim Institut, Zrihen habe zwischen Dezember 2010 und Dezember 2012 für Lombard Odier Investment Managers gearbeitet.

Spuren nach Genf

Nach dem Rauswurf bei der Deutschen Bank war Bittar zudem bis ins Jahr 2014 für einen der grössten Hedge-Fonds Europas, BlueCrest Capital Management, tätig gewesen. BlueCrest unterhält eine grosse Niederlassung in Genf.

Mit dem Prozess in London drohen die Schweiz-Connection im Libor-Euribor-Skandal ebenfalls wieder in den Vordergrund gezerrt zu werden.

Hayes-Urteil als Exempel

Für Bittar, der im Jahr 2009 bei der Deutschen Bank einen Rekord-Bonus von 80 Millionen Euro verdient haben soll, bedeutet der Gerichtsgang einen weiteren Tiefpunkt. Mit der Entlassung bei der deutschen Bank musste der einstige Top-Trader schon auf 40 Millionen Euro an Boni verzichten, wie die Agentur «Bloomberg» seinerzeit berichtete. Zudem drohten ihm britische Behörden mit einer Busse von 10 Millionen Pfund (14,5 Millionen Franken).

Die ehemalige Bittar-Arbeitgeberin Deutsche Bank zahlte in der Affäre um Zins-Manipulationen bisher weit über 3 Milliarden Euro an Bussen.

Für Bittar steht über mögliche Strafzahlungen hinaus noch viel mehr auf dem Spiel. Letzten August verurteilte ein Londoner Gericht den Ex-UBS-Händler Thomas Hayes als einen der Hauptverdächtigen im Libor-Skandal zu 14 Jahren Haft. Erst kürzlich wurde die Strafe auf elf Jahre vermindert.

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Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff abrupt verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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