Bonus-Aussichten: Besser bei der UBS – schlechter bei der CS

Bild: Shutterstock

Die Antwort ist knapp – und für einen erheblichen Teil der UBS-Angestellten erfreulich. Ob die Boni bei der UBS sinken würden, wurde Michel Demaré gefragt, Verwaltungsrat der UBS und Mitglied des Kompensationskomitees. «Nein», sagte dieser klipp und klar am Rande einer Konferenz in Zug zur Nachrichtenagentur «Reuters». Die Bank müsse global wettbewerbsfähig bleiben.

Ganz andere Signale kommen von der Rivalin Credit Suisse (CS). Dort regte sich diese Woche CEO Tidjane Thiam öffentlich über seine Investmentbanker auf, mit denen er sich bezüglich der Bonusverhandlungen auf einem «Schlachtfeld» befinde. Den Bankern ginge nicht in den Kopf, so Thiam, dass ihre Vergütungen genauso zyklisch sein müssten wie die Ertragslage im Investmentbanking.

Weitere Verschärfungen vorgeschlagen

Wie der Kampf um die Boni für 2015 schliesslich ausgeht, wird erst aus den Jahresberichterstattungen der beiden Grossbanken ersichtlich sein. Es gibt allerdings eine gewisse Anzahl von Entwicklungen, Zeichen und Aussagen, welche eine Einschätzung erlauben.

Die beiden unterschiedlichen Sichtweisen von Demaré und Thiam geben ein recht gutes Bild auf die Grosswetterlage in der Bonus-Diskussion. Die Regulatoren haben den Banken strengere Auflagen über die Höhe und Auszahlungsmodalitäten der Boni gemacht – allen voran in Grossbritannien. Dort hat die Bank of England diese Woche eine weitere Verschärfung vorgeschlagen.

Tiefere Boni – höhere Fixlöhne

Im Visier hat sie neuerdings die sogenannten «bonus buy-outs». Dabei handelt es sich um Boni, welche ein Banker von seinem neuen Arbeitgeber ausbezahlt erhält, um jene Vergütungen auszugleichen, die beim alten Arbeitgeber zurückbehalten oder gestrichen wurden.

Die Banken haben hingegen auch Mittel und Wege gefunden, die Höhe der Vergütungspakete auf dem Niveau zu halten, das sie für «wettbewerbsfähig» erachten, zum Beispiel durch eine Erhöhung der Fixlöhne.

Enttäuschungen vorprogrammiert

Für Investmentbanker sind branchenweit Enttäuschungen vorprogrammiert – sicherlich aber bei den Fixed-Income-Händlern, deren Geschäft nun auch in den US-Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley heruntergefahren wird.

Gemäss Einschätzungen werden Aktienhändler bestenfalls ihr Bonusniveau halten können, während M&A-Banker wohl mit einer Erhöhung rechnen dürfen. Schliesslich war 2015 ein Rekordjahr für Fusionen und Übernahmen.

Grösserer Bonuspool bei UBS

Hinweise über die Höhe des diesjährigen Bonuspools ergeben sich aber auch aus den Quartalsberichten. Die UBS listet jeweils ihre Ausgaben für «variable compensation» aus. Nach drei Quartalen lagen diese bei 2,839 Milliarden Franken, wovon 605 Millionen für Auszahlungen für Ansprüche aus früheren Jahren zugeteilt sind. Insgesamt sind es aber rund 250 Millionen Franken mehr als 2014 – knapp 10 Prozent.

Anhand der Kommentare in der Quartalsberichterstattung ist auch ersichtlich, welche Bereiche in den Genuss höherer Boni kommen werden.

Wealth Manager müssen wohl darben

Wenig überraschend ging der Löwenanteil bisher in die Investmentbank – rund 200 Millionen Franken. Auch das Global Asset Management erhielt eine höhere Zuteilung, während diese im Wealth Management sank.

Die CS weist ihre Zuteilungen in den Bonustopf nicht quartalsweise aus. Doch hiess es im Bericht zum dritten Quartal 2015, die Ausgaben für Boni seien tiefer ausgefallen, während die Anzahl Mitarbeiter zugenommen habe. Das bedeutet: Ein schrumpfender Kuchen wird in mehr Stücke aufgeteilt.

Es wird auf alle Fälle weniger sein

Wie klein der Kuchen für 2015 wird, ist vor allem auch deswegen unklar, weil die CS für das vierte Quartal einen Milliardenabschreiber angekündigt hat, der in der Jahresendrechnung sogar einen Verlust verursachen könnte. Die Bank müsste dann gemäss den Vorschriften ihre Boni drastisch kürzen.

Anhand vorangegangener Jahre lässt sich herauslesen, dass die CS jeweils rund 30 Prozent ihrer gesamten Personalausgaben in Boni ausschüttet. 2014 waren es rund 3,2 Milliarden Franken gewesen. CS-Angestellte können sich eine Enttäuschung ersparen, wenn sie für 2015 von einer tieferen Summe ausgehen.

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