UBS: Neustart in der Philanthropie

Joe Stadler, Global Head UHNW UBS

Die UBS hat ihren Philanthropie-Bereich umgekrempelt und die Führung ausgewechselt, wie Recherchen von finews.ch ergeben haben. Das wirft Fragen auf.

Grosse Ressourcen hat die UBS nie auf den Bereich Philanthropie verwendet – ein Anlagethema, das bei Superreichen aber immer stärker nachgefragt wird. Ein Team von rund 40 Leuten unter der Leitung von Mario Marconi stand bereit, wenn begüterte Kunden ihr Geld in wohltätige Projekte stecken wollten – oder wenn sie mit einer gezielten Investition einen positiven Wachstumseffekt zu erzielen wünschten.

Gross sind aber die Ambitionen der UBS in diesem Wealth-Management-Zweig: Chef Jürg Zeltner formulierte Ende 2013 das strategische Ziel, die Nummer eins zu werden und dass 1 Prozent der im Wealth Management verwalteten Vermögen in Philanthropie und in nachhaltige Anlagen fliessen sollen – also knapp 20 Milliarden Franken.

Neue Chefin

UBS Philanthropy & Values Based Investing hiess der Bereich, der diese Vorgabe erfüllen sollte, noch im letzten Jahr. Jetzt nicht mehr.

Wie die UBS Recherchen von finews.ch bestätigt hat, wurde die Einheit aufgeteilt und die Führung abgelöst. Marconi, der seit 2010 mit dem Aufbau der Philanthropie betraut gewesen ist, erhielt einen Posten als Chairman Philanthropy und kümmert sich fortan nur noch um Kunden.

Geführt wird das Geschäft nun von Laura Geiger-Pancera, die bereits zuvor im UHNW-Segment tägit war.

Investment-Teile gehören nicht mehr dazu

Das Philanthropie-Geschäft ist nun Teil einer neuen Einheit namens Great Wealth Solutions. Es ist auch anders aufgestellt wie zuvor – und vor allem deutlich kleiner. Denn die darin enthaltenen Segmente «Impact Investing» und «Values-based Investing» gehören nicht mehr dazu.

Das «Impact Investing», also das Anlegen mit einem positiven, gesellschaftlichen und finanziellen Effekt, ist nun bei Simon Smiles angesiedelt, dem CIO für UHNW. Das Segment «Values-based Investing», das nachhaltige Anlegen, ging hingegen in der Einheit Investment Products and Services (IPS) auf und steht damit unter der Leitung von Mike Stewart und Dominic Vail, Chef IPS UHNW.

Marconi war nicht unumstritten

Die Umstrukturierung und neue Führung wirft Fragen auf, ob die UBS ihren Zielen im Bereich Philanthropie auch gerecht wird. Die Grossbank wird nicht müde zu betonen, wie wichtig dieses Thema gerade im gehätschelten UHNW-Kundensegment ist und weiter an Bedeutung gewinnt. Auch sei das Team inzwischen auf 50 Mitarbeiter angewachsen.

Marconi, der bislang mit der Aufgabe betraut war, war offenbar nicht unumstritten. finews.ch hatte Ende 2013 von einem wahren Exodus in Marconis Team berichtet.

Bei den Kunden wichtiger als beim Management

Die Gründe dafür waren indes nicht eindeutig: UBS-intern hiess es, die Abgänge seien erfolgt, weil in der Abteilung nun auch klarere Leistungsbemessungen eingeführt worden seien.

Ehemalige sagten hingegen, das Thema Philanthropie sei zwar tatsächlich wichtig – aber nur bei den Kunden. Im oberen Management werde es hingegen vernachlässigt, was die Arbeit erschwert habe. Will Zeltner sein Ziel erreichen, muss Philanthropie auch in tieferen Kundensegmente als UHNW zum Thema werden. Dies ist ein schwierigeres Unterfangen.

Die UBS sagte auf Anfrage zu den Gründen der Veränderungen, dass sie im Gegenteil wegen der grossen Nachfrage erfolgt seien. Darum seien die einzelnen Segmente, die mit der reinen Vermögensverwaltung zu tun haben, auch dem Investment- beziehungsweise in den Produkte- und Services-Bereich zugeteilt worden.

Kompetenzzentrum für Philanthropie

Die nicht-finanziellen Aspekte der Philanthropie sind in den Great Wealth Solutions (GWS) unter Geiger-Pancera zusammengefasst. Die UBS will die Einheit zu einer Art Kompetenzzentrum im Bereich Philanthropie ausbauen, in dem Superreiche beraten werden.

In GWS ist unter anderem auch das Family Advisory angesiedelt sowie das Art Competence Center. Die Gesamtführung obliegt Joe Stadler, dem Chef UHNW im Wealth Management.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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