Barclays als Spielball der Schweizer Banken

Bild: Barclays Singapore

Die Zahl der Interessenten für das asiatische Private-Banking-Geschäft der britischen Barclays-Gruppe nimmt laufend zu. Neben den «usual suspects» melden nun auch kleinere Institute ihr Interesse an den milliardenhohen Kundengeldern an.

Seit wenigen Tagen steht fest, dass Barclays sein Private-Banking-Geschäft in Asien verkaufen will. Denn die britische Bank hat unterem ihrem neuen CEO Jes Staley die amerikanische Investmentbank Lazard damit beauftragt, einen Käufer zu finden, wie die internationale Nachrichtenagentur «Reuters» am vergangenen Freitag meldete.

Neben den üblichen Verdächtigen, wie die Credit Suisse oder Julius Bär, die praktisch bei jeder Auktions-Runde von sich reden machen, melden nun noch andere Institute ihr Interesse am asiatischen Barclays-Geschäft an, wie Recherchen von finews.ch in Singapur ergaben.

DBS will weitere Marktanteile gewinnen

Unter anderem bekundet die Singapurer DBS Bank vitales Interesse am Barclays-Asien-Geschäft, das umgerechnet rund 36 Milliarden Franken an Kundenvermögen umfasst. Denn das Institut möchte weitere Marktanteile in dieser Disziplin hinzugewinnen, nachdem es sich vor knapp zwei Jahren bereits das Private Banking der französischen Société Générale in Asien geschnappt hatte.

Den Zuschlag erhielt die DBS, damals sogar ohne das höchste Angebot unterbreitet zu haben, wie aus Branchenkreisen heute zu vernehmen ist. Offenbar soll die Monetary Authority of Singapore (MAS), also die Finanzmarktaufsichts-Behörde, das im selben Land ansässige Institut überaus wohlwollend behandelt haben, so dass andere Interessenten das Nachsehen hatten.

Natürlich bleiben diese Angaben unbestätigt, doch unter solchen Annahmen überrascht es nicht so sehr, dass sich die DBS nun auch bei den Barclays-Geldern gute Chancen ausrechnet. 

Kleine EFG ganz gross

Wie in Singapurer Finanzkreisen weiter zu vernehmen ist, interessiert sich auch die Schweizer Privatbank mit griechischen Wurzeln, EFG International, um das Barclays-Geschäft.

Damit würden die zwei Partner allerdings noch nicht die kritische Masse erreichen, die eine Bank heute benötigt, welche eine breite Palette an Dienstleistungen anbietet. Doch im Verbund respektive mit den zusätzlichen Depots von Barclays, den rund 36 Milliarden Franken, käme das neue Konstrukt dann doch in einen Bereich, der sich mittelfristig rechnen könnte.

Fühler nach der BSI ausgestreckt 

Denn jüngst machte das Institut bereits mit Übernahmeplänen in Sachen BSI Bank von sich reden, wie auch finews.ch berichtete. So soll es laut Informationen der «Financial Times» 1,2 Milliarden Dollar für die Tessiner Bank, die sich derzeit noch im Besitz der brasilianischen BTG-Pactual-Gruppe befindet, geboten haben. EFG würde rund 18 Milliarden Franken an Kundengeldern in das neue Gebilde einbringen, während es bei der BSI rund 15 wären.

Getrieben wird die Wachstumsstrategie von EFG von CEO Joachim Strähle. Der ehemalige Chef der Bank Sarasin wurde letzten Frühling engagiert, um EFG in der Weltliga der Wealth Manager zu etablieren. Dabei strebt man nicht zwingen Übernahmen an, sondern es wäre auch eine Fusion mit einem Rivalen denkbar, wie aus EFG-Kreisen zu hören ist. 

Gut möglich aber auch, dass sich EFG International an mehreren Fronten um eine Übernahme beziehungsweise einen Merger bemüht, um irgendwann doch noch zum Handkuss zu kommen.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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