Skandal um Staatsfonds 1MDB verzögert BSI-Verkauf

Suntec City, Sitz der BSI in Singapur

Suntec City, Sitz der BSI in Singapur (Bild: Shutterstock)

Im Skandal bei Malaysias Staatsfonds Malaysia Development Berhad (1MDB) um mutmassliche Geldwäscherei und anderen Vergehen ist in Singapur «eine grosse Zahl» an Konten beschlagnahmt worden. Betroffen sind auch Konten eines Mitarbeiters der Schweizer Bank BSI. Dies berichtete die Singapurer Zeitung «Strait Times» am Dienstag.

Beim betroffenen Mitarbeiter handelt es sich laut dem Bericht um einen Angestellten der BSI-Niederlassung in Singapur. Es soll sich zudem um den ehemaligen Kundenbetreuer von 1MDB handeln, hiess es weiter.

Bremse für BSI-Verkauf

Diese Neuigkeiten – sollten sie zutreffen – sind zweifelsohne Gift für die anstehenden Verkaufsverhandlungen der BSI, welche jüngsten Informationen zufolge für 1,2 Milliarden Dollar an die Schweizer Privatbank EFG International verkauft werden soll. Mit im Rennen sind allerdings auch noch die Tessiner Kantonalbank (BancaStato) und die brasilianische Banco Itaú als Kaufinteressenten. 

Solange kein Ende der Ermittlungen absehbar ist, dürfte sich EFG International davor hüten, vorschnell zu handeln. Schliesslich will man nicht Gefahr laufen, ein möglicherweise teures Verfahren wegen Geldwäscherei am Hals zu haben.

Rechtshilfegesuch an Malaysia

Dies droht nämlich der BSI und anderen Schweizer Banken. Denn die Schweizer Bundesanwaltschaft hat am vergangenen Freitag ein Rechtshilfegesuch an die malaysischen Behörden adressiert.

Es gebe «ernsthafte Anhaltspunkte» für eine Veruntreuung zum Nachteil von Gesellschaften des malaysischen Staates, teilte die Bundesanwaltschaft letzten Freitag mit. Die Rede ist von veruntreuten Geldern in der Höhe von vier Milliarden Dollar.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt bereits seit letztem August gegen die BSI und eine Reihe weiterer Schweizer Banken wegen mutmasslicher Geldwäscherei, wie auch finews.ch berichtete.

Langwieriges Verfahren vorprogrammiert 

Der malaysische Generalstaatsanwalt Mohamed Apandi versicherte den Schweizer Justiz-Behörden zwar eine Kooperation zu. Wie viel diese Zusage aber Wert ist, wird sich noch zeigen müssen. Man muss von einem vermutlich langwierigen Verfahren ausgehen – ein Umstand, der EFG Internatonal kaum gelegen kommen dürfte. 

Denn das Regime mit Malaysias Premierminister Najib Razak im Zentrum will um jeden Preis an der Macht bleiben. Dabei ist es der Premier selbst, der Medienberichten zufolge als einer der Hauptprofiteure des Skandals gilt.

Persilschein für den Premier 

So soll Razak, der den Staatsfonds 2009 gründete, eine Zahlung von 681 Millionen Dollar auf dessen persönliches Bankkonto erhalten haben – angeblich eine Spende des verstorbenen Königs Abdullah. Vermutet wird aber eine Verbindung zum Staatsfonds 1MDB. 

Der Bruno-Manser-Fonds, der die Ermittlungen ursprünglich ins Rollen gebracht hatte, erwähnt auch die BSI, über die gewisse Geldtransfers geflossen sein sollen.

Dem widerspricht Generalstaatsanwalt Apandi vehement: Im Zusammenhang mit Aktivitäten des Staatsfonds gebe es keine Hinweise auf Korruption, Bereicherung oder Machtmissbrauch, liess die malaysische Staatsanwaltschaft kürzlich mitteilen. 

Auch andere Behörde ermitteln

Ausser in der Schweiz laufen in Singapur, Hongkong und den USA Abklärungen wegen vermuteter Geldwäsche. Bei den Banken, die bei diesem laut Bundesanwaltschaft «ausgeklügelten Finanzkonstrukt» eventuell Sorgfaltspflichten verletzt haben, handelt es sich unter anderen um RBS Coutts, J.P. Morgan (Suisse), BSI, Falcon Private Bank und die Banque Privée Edmond de Rothschild.

 

 

 

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