Bankensterben: Was die Institute nicht umbringt, macht sie stärker

Bild: Shutterstock

Seit der Finanzkrise tut sich einiges auf dem Schweizer Finanzplatz. Das Bankgeheimnis für Ausländer ist Geschichte und Geschäftsmodelle wurden neu ausgerichtet oder sind im Umbau begriffen. Überdies schränken besehende und kommende Vorschriften den Handlungsspielraum der Banken weiter ein.

Einige Finanzinstitute waren diesen Anforderungen nicht gewachsen und mussten die Segel streichen. Seit 2008 ist die Anzahl der Privatbanken in der Schweiz von 171 auf 134 (Stand Ende 2014) gesunken (siehe Grafik). Rückläufig entwickelten sich auch die Banklizenzen von 327 auf 275. Dies geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens PwC hervor.

PwC 1

Und laut den Studienautoren ist die Zeit der Herausforderungen für die Schweizer Banken noch lange nicht abgeschlossen und einige werden daran scheitern. «Deshalb wird deren Anzahl auch in den kommenden Jahren weiter sinken.» Aus dieser Restrukturierung gingen die verbleibenden Banken jedoch gestärkt hervor, so das Fazit.

Laut den Studienautoren ist die hiesige Bankenlandschaft durch vier Haupttrends geprägt:

1. Solide makroökonomische Fundamentaldaten

Seit 2008 nahmen die verwalteten Vermögen in allen Weltregionen zu. Dies gilt insbesondere für die Region Asien Pazific und dem Nahen Osten.

Losgelöst von der Studie hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Schweizer Geldinstitute sich verstärkt auf wenige Fokusmärkte konzentrieren. Dies, weil auf internationaler und nationaler Ebene immer mehr Vorschriften hinzugekommen sind, welche eine globale Präsenz zunehmend erschweren.

2. Sich veränderndes Kundenverhalten

Heutzutage fordern die Kunden eine Erreichbarkeit während sieben Tagen, 24 Stunden lang, mehr Transparenz sowie eine Beratung und Anlage-Produkte, die halten, was sie versprechen.

Dies erhöht den Druck auf die Banken und Vermögensverwalter. Denn mehr Transparenz schafft Vergleichsmöglichkeiten, was die Margen tendenziell sinken lässt. Der technologische Wandel hin zum digitalen Banking kostet die Geldinstitute Milliarden.

3. Angriff der Fintechs

Mittlerweile machen aufstrebende Fintech-Startups den Banken nicht nur den Zahlungsverkehr streitig, sondern drängen in alle Bankgeschäfte vor. Ihr Ziel: Teile der Wertschöpfungskette der Banken aufzubrechen.

Mittlerweile haben die Banken die Gefahr erkannt und arbeiten entweder mit Fintechs zusammen oder investieren selber in digitale Lösungen. Die Digitalisierung des Bankings bietet auch Chancen. Sie führt zu mehr «Effizienz aufgrund der Automatisierung der Administration und der Prozesse und ermöglichen bessere Dienstleistungen und Kundenerfahrungen», so die Studienautoren

4. Regulierungsdruck bleibt hoch

Die Flut an Vorschriften werde das Banking auch in den nächsten drei bis fünf Jahren dominieren, so PwC. Bankgeschäfte werden dadurch komplexer und in der Folge teurer, was wiederum die Margen belastet.

Laut PwC werden die Margen und Eigenkapitalrenditen der Vergangenheit denn auch kaum mehr erreicht. Damals lagen die Renditen oft im zweistelligen Bereich. Heute hingegen teilweise deutlich unter 10 Prozent.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Europas Zukunft steht auf dem Spiel
  • Bankchef muss auf 41 Millionen Dollar verzichten
  • Wohnen wie Leonardo DiCaprio
  • 1'000 Börsengänge – und hoffnungslos im Hintertreffen
  • Kahlschlag bei der Commerzbank
  • Deutsche Bank am Abgrund
  • Absturz eines Hedgefonds-Stars
  • 1MDB-Skandal: Nach DiCaprio auch Robert de Niro im Visier
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

So «pimpen» Sie Ihr Profil

Banken suchen zunehmend in den sozialen Netzwerken nach geeigneten Mitarbeitern. Hier sind die Dos and Don'ts, die es dabei zu beachten gilt.

Selection

Selection

Wie sich Angstkultur ausbreitet

Mehrere Tausend Stellen im Schweizer Bankgewerbe sollen verschwinden. Besonders betroffen davon ist das mittlere Kader.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Avaloq

Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

Fondsmarkt

Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

EIB

Die Europäische Investitionsbank finanziert die Forschung am Genfer CERN. Dies, indem sie dem Teilchenbeschleuniger eine Kreditfazilität von 250 Millionen Franken leistet. Das Geld wird zum Bau des nächsten CERN-Grossprojekts benötigt, dem High Luminosity Large Hadron Collider.

weitere News