Jan Schoch: «Singapur hat sein Engagement in Leonteq erhöht»

Jan Schoch, Mitgründer und CEO von Lenoteq

Jan Schoch, Mitgründer und CEO von Lenoteq


Herr Schoch, Ihr bisheriger Asien-Chef David Schmid kehrt in die Schweiz zurück, steigt in die Geschäftsleitung auf und wird Verkaufschef. Wer trägt künftig die Verantwortung in Fernost?

Der Mann ist bereits bestimmt. Doch das Plazet der Monetary Authority of Singapore, also der Finanzmarktaufsicht, steht noch aus. Die Ankündigung wird demnächst folgen.

Warum braucht es einen Verkaufsleiter, oder anders gefragt: Wer war vorher dafür verantwortlich?

Ich. Doch um die Management-Ressourcen zu diversifizieren, haben wir beschlossen, diesen Posten neu mit David Schmid zu besetzen, der seit Anfang Jahr auch wieder in der Schweiz ist. Er kennt die Firma sehr gut, stiess er doch bereits im Juni 2008 zu uns.

Sie haben in den letzten Jahren ihre Präsenz in Asien deutlich ausgebaut, und von wo nun auch ein wichtiger Ergebnisbeitrag kommt. Ihr Personalbestand in Asien stieg innert Jahresfrist von 41 auf 57 Vollzeitstellen, also um fast 40 Prozent. Folgt jetzt eine Pause?

Nein. Die Entwicklung im vergangenen Jahr bedeutet keine Abkehr von unserem Wachstumskurs, insbesondere in Asien. Der Markt ist für uns mittlerweile so gross wie Europa – und er wächst schneller, zumal es in Asien weniger Finanzinstitute gibt, die selber Produkte entwickeln.

Leonteq unterhielt bisher eine Partnerschaft mit der Singapurer DBS Bank. Nun haben Sie diese Zusammenarbeit überraschend aufgekündigt. Warum?

Wir wollen unsere Plattform für Strukturierte Produkte mit einer ganzen Reihe von Partnern betreiben – im Sinne einer Multi-Issuer-Platform. Bis 2020 streben wir rund 30 Partner an.

Die DBS Bank pochte auf eine Exklusivität, die nicht unserem Geschäftsmodell entsprach. Wir haben bereits vergangenen Herbst entsprechende Gespräche geführt und die Zusammenarbeit nun aufgelöst. Dies zu einem Zeitpunkt, da sich die Kosten auch noch im Rahmen halten.

Wie können Sie den Ertragsausfall von DBS kompensieren?

Die Partnerschaft mit DBS trug bisher nur 6 Prozent zum gesamten Transaktionsvolumen bei, was keine Auswirkung auf das Resultat im Vergleich zum Vorjahr haben wird. Und andererseits befinden wir uns derzeit mit sechs bis sieben anderen asiatischen Institutionen für neue Kooperationsmodelle im Gespräch. Mehrere Partner sind wichtig, zumal der asiatische Markt sehr fragmentiert ist und es grosse kulturelle Unterschiede gibt.

Ausserdem haben wir heute eine geplante Partnerschaft mit Standard Chartered angekündigt, einem Institut, das in Asien sehr stark ist und künftig über unsere Plattform Strukturierte Produkte in Hongkong, Singapur und in der Schweiz vertreiben wird. Zudem entwickeln wir mit der malaysischen Maybank eine weitere Partnerschaft. Insgesamt führen wir momentan mit 22 Finanzinstitutionen weltweit Gespräche.

Die für Singapur wichtige DBS Bank ist weg, gerät damit auch die Beteiligung des Singapurer Staatsfonds (Government of Singapore Investment Corporation) in Gefahr?

Die GIC hat uns tatsächlich geholfen, mit DBS ins Gespräch kommen, aber bei der weiteren Entwicklung war der Staatsfonds nicht involviert. Er hat aber vor rund zwei Wochen sein Engagement in Leonteq von rund 2 Prozent auf nun über 3 Prozent erhöht, was in einem Staat wie Singapur nicht unwichtig ist. Ich schliesse nicht aus, dass sich diese Beteiligung noch weiter entwickeln könnte.

Das Börsenjahr hat – besonders in Asien – sehr heftig begonnen. Was hat das für Auswirkungen auf Leonteq?

Grundsätzlich sind wir sehr gut gestartet, trotz der Turbulenzen am Markt, und wir behalten auch einen positiven Ausblick. Denn unsere Produkte spielen gerade in der aktuellen Marktlage eine positive Rolle für viele Anleger. Im aktuellen Umfeld mit eher hoch bewerteten Aktien, überbewerteten Obligationen und Negativzinsen in der Schweiz und Japan suchen viele Investoren nach renditeoptimierten Produkten.

Seit Herbst 2015 verliert die Leonteq-Aktie laufenden an Boden, und am heutigen Donnerstag büsste sie gar zeitweilig bis zu 17 Prozent ein. Beunruhigt Sie das nicht?

Der Markt ist momentan sehr kurzfristig orientiert. Das sind wir nicht. Wir sind ein langfristiger Wachstums-Case. Ich bin auch sicher, dass sich die Zeiten wieder ändern werden, und die Investoren sich wieder an längerfristige Investment-Stories orientieren. Aber es ist klar, dass der Aktienmarkt momentan etwas nervös ist. Die Sicht vieler Anleger ist derzeit eher auf hundert Meter beschränkt als auf den nächsten Kontinent.

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NEWS GANZ KURZ

Credit Suisse

Laut Medienberichten will die Schweizer Grossbank ihren Anteil an einem chinesischen Brokerage-Gemeinschaftsunternehmen ausweiten. Demnach würde die Credit Suisse ihre Beteiligung an der lokalen Firma Credit Suisse Founder Securities von 33 auf 49 Prozent steigern; weder das Institut noch die chinesische Partnerin Founder Securities bestätigten die Spekulationen.

Investis

Die Westschweizer Immobiliengruppe Investis hat für den Börsengang am Donnerstag an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange den Angebotspreis bei 53 Franken pro Aktie festgelegt. Die Gruppe erwartet somit ein Erlös von 148 Millionen Franken.

Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff abrupt verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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