Geldwäscherei-Skandal: BSI-Banker überrascht das Gericht in Singapur

Bild: 1mdb.com

Am (heutigen) Freitag hätte BSI-Banker Yak Yew Chee eigentlich vor Gericht in Singapur erscheinen sollen. Doch er zog es vor, der Vorladung nicht Folge zu leisten und sich stattdessen von seinen Anwalt vertreten zu lassen.

Dieser sagte dem Gericht, dass seinem Klient auf Grund eingesehener Dokumenten kein Fehlverhalten ausgelegt werden könne, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» am Freitag berichtete.

Ex-Kundenbetreuer von 1MDB

Yak, der seit 2009 für die Tessiner BSI Bank in Singapur arbeitet, wird vorgeworfen, bei Geldwäscherei-Geschäften im Zusammenhang mit dem malaysischen Staatsfonds Malaysia Development Berhad (1MDB) die Hände im Spiel gehabt zu haben. Er betreute einst 1MDB, wie finews.ch berichtete.

Die Singapurer Behörden sperrten in der Folge Konten des betroffenen BSI-Bankers mit Guthaben von umgerechnet rund 7,1 Millionen Franken, weil er nicht schlüssig darlegen konnte, wie er zu diesem Geld kam.

Klage zurückgezogen

Gegen diese Sperre ging Yak juristisch vor, mit der Begründung, er brauche das Geld, um Steuerforderungen und Rechtskosten zu begleichen. Am Freitag zog er die Klage aber überraschend zurück, wie die Singapurer Zeitung «The Strait Times» vermeldete. Laut seinem Anwalt verfüge er nun dennoch über genügend Geld, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Laut Yak handelt es sich bei den gesperrten Geldern um einen Teil seiner Gehalts- und Bonizahlungen, die er während den letzten vier Jahren bei der BSI bezogen hatte – insgesamt habe ihm die Tessiner Privatbank während dieser Zeit über 19 Millionen Franken ausbezahlt.

Bremsklotz für Verkaufsverhandlungen

Für die BSI kommen die mutmasslichen Verstrickungen ihres BSI-Bankers höchst ungelegen. Denn die zur brasilianischen PTG Pactual gehörende Tessiner Privatbank steht zum Verkauf. Als wahrscheinliche Käuferin wird die EFG International gehandelt. Doch EFG wird sich wohl solange zurückhalten, bis die Angelegenheit juristisch erledigt ist, wie auch finews.ch berichtete.

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NEWS GANZ KURZ

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

Pensionskassen

Gemäss der Pensionskassen-Studie der ZKB-Tochter Swisscanto haben die Schweizer Vorsorge-Werke im Jahr 2015 trotz höherem Risiko weniger verdient. Demnach erzielten die Pensionskassen eine Performance von durchschnittlich 1,13 Prozent (Vorjahr: 7,31 Prozent). Somit verfehlten sie nicht nur die durchschnittlich angestrebte Zielrendite von 3,9 Prozent, sondern auch die Mindestzins-Vorgabe von 1,75 Prozent deutlich. Dies trotz einer Zunahme der risikobehafteten Anlagen.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank lanciert das Login per Fingerabdruck in die GLKB Mobile Banking App. Die Sicherheit mit dem neuen Login-Verfahren bleibt laut Mitteilung unverändert hoch.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich mit 9 Prozent am Aktienkapital der Swiss Bankers Prepaid Services (SBPS). Postfinance arbeitet bereits seit Jahren mit der Dienstleisterin im Bereich Reisezahlungsmittel zusammen. Im Zuge des Engagements wurde Nicole Walker, Leiterin Produktmanagement Zahlungslösungen bei der Post-Tochter, in den Verwaltungsrat der SBPS gewählt.

Swiss Life

Der Schweizer Lebensversicherer weist im BVG-Geschäft eine Auschüttungs-Quote von 92,9 Prozent aus. Die Prämien in der Kollektivversicherung stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent auf 8,69 Milliarden Franken. Um die Leistungsversprechen langfristig zu sichern, wurden zusätzliche technische Rückstellungen von 939 Millionen Franken gebildet.

Helvetia

Die Helvetia ist in der Schweiz in der beruflichen Vorsorge 2015 mit den periodischen Prämien gewachsen, hat aber bei den Einmaleinlagen zurückhaltend neues Geschäft gezeichnet. Total ging das Prämienvolumen um 4,1 Prozent auf 2,55 Milliarden Franken zurück.

Axa Winterthur

Die Axa Winterthur hat 2015 in der Beruflichen Vorsorge (BVG) den Gewinn leicht gesteigert. Das Betriebsergebnis aus dem der Mindestquote unterstellten Geschäft nahm um 10 Millionen Franken auf 221 Millionen Franken zu. Dagegen gingen die gesamten Prämieneinnahmen aufgrund weniger Neuabschlüsse in der Vollversicherung zurück.

Luzerner KB

An der Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank haben die Aktionäre der beantragten Ausschüttung von 11 Franken via Nennwertrückzahlung zugestimmt. Sie wählten Andreas Emmenegger neu in den Verwaltungsrat. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung von 15 Jahren wurde Christoph Lengwiler aus dem Gremium verabschiedet.

Valiant

Die Aktionäre der Valiant Bank haben der Erhöhung der Dividende auf 3,60 Franken zugestimmt und den Zuger Othmar Stöckli in den Verwaltungsrat gewählt. Er ersetzt Franz Zeder, der nach 14 Jahren aus dem Gremium ausgeschieden ist.

Postfinance

Die Post-Tochter hat ihr Online-Trading-Angebot überarbeitet. Via die neue Benutzeroberfläche können Kunden in Echtzeit an den wichtigsten Börsenplätzen der Schweiz, Europas und Nordamerikas selbstständig Aktien, Obligationen, Fonds, ETFs und Derivate handeln, wie es hiess. Entwickelt wurde die neue Plattform von der Postfinance-Partnerin Swissquote.

Zurich

Der Versicherer Zurich Insurance hat eine nachrangige Anleihe in Höhe von 750 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis Oktober 2046 und ist erstmals im Oktober 2026 kündbar. Die Transaktion richtet sich gemäss der Mitteilung an Investoren in Europa.

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