Vontobel entdeckt die Swissness

Jean-Pierre Stillhart, Vontobel

Jean-Pierre Stillhart, Vontobel

Das Schweizer Private Banking – das gibt man beim Zürcher Traditionshaus intern unumwunden zu – fristete über längere Zeit ein Schattendasein. Es waren die aufstrebenden Länder, insbesondere in Osteuropa, denen die Wachstumsbestrebungen der Bank Vontobel galten. Und der Markt Deutschland sorgte für Schlagzeilen.

Im vergangenen September änderte sich das unvermittelt. Die Übernahme der Bank Finter mit Niederlassungen in Zürich und Lugano rückte Vontobels Ambitionen im Schweizer Private Banking erstmals ins Rampenlicht. Und mit ihnen Jean-Pierre Stillhart, dem Leiter Private Banking im Schweizer Markt.

Leistungssportler mit Rothschild-Background

Stillhart, ein ehemaliger Leistungs-Sportler, der im Herbst 2013 von der Zürcher Bank Rothschild zu Vontobel stiess, will sich indes nicht auf der Finter-Transaktion ausruhen. «Ich bin mit dem klaren Ziel angetreten, den Schweizer Markt bezüglich Netto-Neugeld zur Nummer 1 innerhalb des Privat Banking der Bank Vontobel aufzubauen», sagt er im Gespräch mit finews.ch.

Ihm zufolge war seine Einheit letztes Jahr auf dem besten Weg dazu. «Das ersten Halbjahr 2015 zeigte, dass wir mit dem Schweizer Private Banking ein Neugeld-Wachstum von über 4 Prozent erzielen konnten – mehr als unsere wichtigsten Schweizer Mitbewerber», betont der Top-Banker. Er sei stolz, dass die Einheit mit ihren rund 40 Kundenberatern innerhalb der Bank Vontobel zum Wachstumstreiber geworden sei.

Ob Stillharts Team das Tempo seither halten konnte, werden die Jahreszahlen der Bank Vontobel am Donnerstag (11. Febraur) von dieser Woche zeigen. Schon jetzt ist aber klar, dass es im Schweiz-Geschäft für Private Banker immer schwieriger wird, grosse Sprünge zu machen.

Harte Knochenarbeit verlangt

Das gibt auch Stillhart zu. «Der Schweizer Heimmarkt ist hart umkämpft – das ging zuletzt auch über die Preise von Produkten und Dienstleistungen», räumt er ein.

Umso mehr verlangt er von seiner eigenen Equipe harte Knochenarbeit. Warten, bis die Kunden sich in die Eingangshalle einer Vontobel-Filiale verirren, das komme nicht mehr infrage, sagt er.

«Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Leute draussen sind und ihr persönliches Netzwerk pflegen», unterstreicht Stillhart. Diese Arbeit hört auch nach Feierabend nicht auf: Stillharts Banker sollen Verpflichtungen in Business-Clubs, in Sport oder Kultur wahrnehmen.

«Feldarbeit» statt Abwerbungen

Diese «Feldarbeit» führe am ehesten zu Neugeld, ist Stillhart überzeugt – und nicht etwa die Pirsch nach Kundenberatern anderer Banken. «Kundenberater in der Schweiz bringen nur noch 5 bis 6 Prozent der von ihnen betreuten Vermögen zu einer neuen Bank mit, behauptet er.

Ebenfalls versucht Stillhart, brach liegendes Potenzial innerhalb der Bank zu realisieren. Ein Beispiel ist das hauseigene Research zu Schweizer Aktien – ein Dienst, den sich nur noch wenige Institute leisten. «Wir haben dieses Know-how nun in ein Vermögensverwaltungs-Mandat umgemünzt, das sich explizit auf den Schweizer Markt konzentriert und bei Kunden grossen Anklang findet.»

Swissness als Verkaufstreiber also. Damit will der Private Banker hoch hinaus. Stillhart im O-Ton: «Als ehemaliger Leistungssportler will ich aufs Podest.»

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NEWS GANZ KURZ

Profidata

Profidata, der Softwaredienstleister für Finanzunternehmen, hat in Deutschland die Abraxas übernommen. Abraxas ist spezialsiert auf die Konsolidierung und Qualitätssicherung von Finanzmarktdaten, Marktgerechtigkeitsprüfungen und Fair-Value-Berechnungen.

SigFig

Der amerikanische Robo-Advisor, an dem sich kürzlich auch die UBS beteiligte, hat eine weitere Finanzierungs-Runde erfolgreich hinter sich gebracht. Von diversen Investoren, darunter die Schweizer Grossbank und die spanische Banco Santander, löste SigFig rund 40 Millionen Dollar.

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

Pensionskassen

Gemäss der Pensionskassen-Studie der ZKB-Tochter Swisscanto haben die Schweizer Vorsorge-Werke im Jahr 2015 trotz höherem Risiko weniger verdient. Demnach erzielten die Pensionskassen eine Performance von durchschnittlich 1,13 Prozent (Vorjahr: 7,31 Prozent). Somit verfehlten sie nicht nur die durchschnittlich angestrebte Zielrendite von 3,9 Prozent, sondern auch die Mindestzins-Vorgabe von 1,75 Prozent deutlich. Dies trotz einer Zunahme der risikobehafteten Anlagen.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank lanciert das Login per Fingerabdruck in die GLKB Mobile Banking App. Die Sicherheit mit dem neuen Login-Verfahren bleibt laut Mitteilung unverändert hoch.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich mit 9 Prozent am Aktienkapital der Swiss Bankers Prepaid Services (SBPS). Postfinance arbeitet bereits seit Jahren mit der Dienstleisterin im Bereich Reisezahlungsmittel zusammen. Im Zuge des Engagements wurde Nicole Walker, Leiterin Produktmanagement Zahlungslösungen bei der Post-Tochter, in den Verwaltungsrat der SBPS gewählt.

Swiss Life

Der Schweizer Lebensversicherer weist im BVG-Geschäft eine Auschüttungs-Quote von 92,9 Prozent aus. Die Prämien in der Kollektivversicherung stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent auf 8,69 Milliarden Franken. Um die Leistungsversprechen langfristig zu sichern, wurden zusätzliche technische Rückstellungen von 939 Millionen Franken gebildet.

Helvetia

Die Helvetia ist in der Schweiz in der beruflichen Vorsorge 2015 mit den periodischen Prämien gewachsen, hat aber bei den Einmaleinlagen zurückhaltend neues Geschäft gezeichnet. Total ging das Prämienvolumen um 4,1 Prozent auf 2,55 Milliarden Franken zurück.

Axa Winterthur

Die Axa Winterthur hat 2015 in der Beruflichen Vorsorge (BVG) den Gewinn leicht gesteigert. Das Betriebsergebnis aus dem der Mindestquote unterstellten Geschäft nahm um 10 Millionen Franken auf 221 Millionen Franken zu. Dagegen gingen die gesamten Prämieneinnahmen aufgrund weniger Neuabschlüsse in der Vollversicherung zurück.

Luzerner KB

An der Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank haben die Aktionäre der beantragten Ausschüttung von 11 Franken via Nennwertrückzahlung zugestimmt. Sie wählten Andreas Emmenegger neu in den Verwaltungsrat. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung von 15 Jahren wurde Christoph Lengwiler aus dem Gremium verabschiedet.

Valiant

Die Aktionäre der Valiant Bank haben der Erhöhung der Dividende auf 3,60 Franken zugestimmt und den Zuger Othmar Stöckli in den Verwaltungsrat gewählt. Er ersetzt Franz Zeder, der nach 14 Jahren aus dem Gremium ausgeschieden ist.

Postfinance

Die Post-Tochter hat ihr Online-Trading-Angebot überarbeitet. Via die neue Benutzeroberfläche können Kunden in Echtzeit an den wichtigsten Börsenplätzen der Schweiz, Europas und Nordamerikas selbstständig Aktien, Obligationen, Fonds, ETFs und Derivate handeln, wie es hiess. Entwickelt wurde die neue Plattform von der Postfinance-Partnerin Swissquote.

Zurich

Der Versicherer Zurich Insurance hat eine nachrangige Anleihe in Höhe von 750 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis Oktober 2046 und ist erstmals im Oktober 2026 kündbar. Die Transaktion richtet sich gemäss der Mitteilung an Investoren in Europa.

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