UBS: Der Frankreich-Chef spricht von Unschuld

Jean-Frédéric de Leusse

Jean-Frédéric de Leusse

Der ehemalige französische Budget-Minister Jérôme Cahuzac muss sich wegen eines Schwarzgeldkontos vor Gericht verantworten. Der Prozess begann unter grossem Mediengetöse diesen Montag. 

Laut den Ermittlungen hatte sich das von Cahuzac vor dem Fiskus versteckte Geld anfänglich auf einem UBS-Konto befunden und wurde später zur Privatbank Reyl transferiert. Die in Genf ansässige Bank steht diesbezüglich wegen Beihilfe zum Steuerbetrug ebenfalls unter Anklage, wie auch finews.ch berichtete. Dennoch wird in den französischen Medien scharf gegen die UBS geschossen, gegen die ja auch eine Untersuchung wegen ihrer Offshore-Tätigkeit für französische Kunden läuft.

Nichts mehr mit Cahuzac zu tun

Dass die UBS nun in der französischen Öffentlichkeit als Bank Cahuzacs bezeichnet wird stört die Bank enorm. UBS-Frankreich-Chef  Jean-Frédéric de Leusse nahm in einem Gespräch mit der französischen Tageszeitung «Le Parisien» (Artikel bezahlpflichtig) kein Blatt vor den Mund: Die UBS werde durch den Dreck gezogen und ins Umfeld einer Mafia gerückt, enervierte sich de Leusse.

Zum Fall Cahuzac sagte er, die Bank unterhalte seit fast zwanzig Jahren keine Beziehung mehr zum früheren Spitzenpolitiker. Zu den laufenden Untersuchungen gegen die Bank sagte er weiter, es hätten zahlreiche Franzosen ihre Vermögen vor dem Fiskus versteckt, die nichts mit der UBS zu tun hätten.  

Werden Unschuld beweisen

Als «absurd» bezeichnet der seit 2012 amtierende UBS-Länderchef überdies die Zahl der 38'000 UBS-Konten, mit einem heutigen Gesamtwert von 12 Milliarden Euro, die scheinbar zum Steuerschummeln benutzt worden waren. De Leusse bezeichnet die Vorwürfe gegen die UBS als eine medial aufgeladene Aktion, gespickt mit Unehrlichkeiten.

Die Grossbank musste im Zusammenhang mit den Untersuchungen eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen, nachdem sie mit einem Einspruch vor Gericht gescheitert war. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, neigen sich die Ermittlungen der französischen Justizbehörden dem Ende zu. Es käme in Bälde zu einem Prozess.

«Der Prozess gibt uns die Möglichkeit, unsere Unschuld zu beweisen», so de Leusse. Und sollte das Urteil nicht im Sinne der UBS ausfallen, «behalten wir uns das Recht vor, Rekurs einzulegen».

Alle Kundenbeziehungen bereinigt

Seit 2014 seien «ausnahmslos» alle Kundenbeziehungen bereinigt worden, versicherte er. Diese Liste enthalte wahrscheinlich viele Grenzgänger, auf welche der Verdacht der Steuerhinterziehung grossmehrheitlich nicht zutreffe.

Allerdings beziehen sich die Ermittlungen der französischen Justiz wegen mutmasslicher Beihilfe zu Steuerhinterziehung auf den Zeitraum von 2004 bis 2012. Im Juli 2014 wurden diese ausgeweitet, und es wurde ein Anklageverfahren wegen Geldwäscherei eingeleitet. 

Scharf urteilt der Länderchef auch über die inzwischen entlassenen UBS-Whistle-Blower Stéphanie Gibaud und Nicolas Forissier. Gibaud habe sich mit der aggressiven Kampagne gegen die UBS «unglaubwürdig» gemacht. Und Forissier habe die Bank «erpresst».

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NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

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