Claudia Conrads: «Bankmanager müssen ihre Haltung ändern»

Claudia Conrads

Viele Bankmanager sähen den digitalen Wandel als Bedrohung und würden in einem überholten Hierarchiedenken verharren, sagt Claudia Conrads, Geschäftsführerin der Zürcher Beratungsfirma Information Factory.

Die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung stellen traditionelle Geschäftsmodelle in Frage und verändern die Bankenwelt dramatisch. Die Zeiten sind rauer geworden: Was gestern noch eine strategische Erfolgsposition war, steht heute auf dem Prüfstand.

Die Nachfrageseite entwickelt sich deutlich dynamischer, Kundenbedürfnisse ändern sich. Vorbei sind die Zeiten, als man noch mit Bankprodukt- und Marketingstrategien den Takt vorgab und die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden kanalisierte. Banken verlieren Kontrolle.

Manager verlieren die Zukunftsperspektive

Der digitale Tsunami trifft entweder auf eine Kommandobrücke, die sich mit dieser Entwicklung noch nicht vertraut gemacht hat. Oder auf eine Managergeneration, die «Agilität» mit «Aktionismus» gleichsetzt und Möglichkeiten der Digitalisierung auf Effizienz und «Quick-Wins» im Sinne von Kosteneinsparungen reduziert, dabei aber die Zukunftsperspektive aus den Augen verliert.

Am Ende hat man dann viel eingespart: Vor allem an guten, verlässlichen Beziehungen, sowohl zu Kunden, als auch zu den eigenen Mitarbeitenden.

Gefragt sind heute nicht mehr bewährte Strategien, es braucht ein fast schon radikales Umdenken und Offenheit gegenüber neuen, ungewohnten Geschäfts- und Führungsmodellen.

Banken  auf ständige Veränderungen ausrichten

Was für die Schnittstelle zum Kunden gilt, kann 1:1 auf die Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden, Board, Top- und mittlerem Management übertragen werden.

Der digitale Wandel eröffnet Chancen, die es so nie zuvor gegeben hat. Dass die Banken die Digitalisierung dennoch viel zu häufig immer noch als Bedrohung sehen, liegt vor allem daran, dass mit zunehmender Digitalisierung auch die Notwendigkeit wächst, die Organisationen auf kontinuierliche Veränderungen auszurichten.

Damit die Digitalisierung erfolgreich umgesetzt werden kann, braucht es nicht nur finanzielle Investitionen, sondern auch ein Umdenken in Richtung leistungsfähiger Veränderungskultur. Vor allem braucht es mehr Veränderungskompetenz.

Mitarbeiter ins Boot holen

Die Banken sollten sich das Ziel setzen, beweglicher zu werden, und Prozesse etablieren, mit denen Chancen schneller umgesetzt werden können.

Dafür braucht es eine durchdachte Digitalisierungsstrategie, die finanzielle, technische und organisatorische Faktoren berücksichtigt und in der Organisation verankert ist. Die Mitarbeiter müssen mit ins Boot genommen werden, zum Beispiel wenn neue Prozesse oder Arbeitswerkzeuge eingeführ und Bereiche umstrukturiert werden.

Eine wirksame Führungskultur innerhalb der Bank ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Tatsächlich unterschätzen viele Banken den Einfluss von weichen Faktoren auf den Erfolg, wie zum Beispiel die Führungsqualität.

Enorme Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbild

Obwohl die Finanzbranche einer der bedeutendsten Arbeiter der Schweiz ist, werden personelle Führungsthemen vergleichsweise niedrig priorisiert. In der Studie «Schweiz führt?!», durchgeführt von Information Factory, Persorama und Jobs.ch, wurde deutlich, dass in den Banken Verbesserungsbedarf beim Thema Führung besteht.

So geben lediglich knapp 43 Prozent der Mitarbeitenden im Bankenbereich an, klare Zielvorgaben zu erhalten, während 96 Prozent der Führungskräfte der Meinung sind, ihren Mitarbeitenden die Richtung vorzugeben.

Die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbild sind zum Teil enorm. In anderen Branchen hat in Sachen Leadership ein Umdenken stattgefunden.

Wirksame Führung ist die Gretchenfrage

Bei den Banken gibt es immer noch zu starre Hierarchien, in denen hauptsächlich von oben nach unten kommuniziert wird.
Neben der Digitalisierung ist darum eine wirksame Führung, die eine positive Veränderungskultur fördert, die Gretchenfrage für die Schweizer Banken.

Die Manager müssen ihre Haltung ändern. Wer Veränderung will, muss bei sich selbst anfangen und die Mitarbeiter an den Veränderungen teilhaben lassen.

Echte Wettbewerbsvorteile

Nur so lassen sich Innovationen wie die Digitalisierung in einen echten Wettbewerbsvorteil formen. Technologische Vorsprünge werden irgendwann wieder eingeholt.

Nicht aber Banken, denen es gelingt, erfolgreicher als andere zusammenzuarbeiten: im Team mit Kollegen und dem Vorgesetzten, mit Maschinen und mit Kunden.


Claudia Conrads ist Beraterin und Co-Geschäftsführerin bei Information Factory. Das Beratungs und Softwarehaus mit Sitz in Zürich  ist spezialisiert auf die Digitalisierung von Prozessen in Kombination mit Führungsthemen.

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

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Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

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Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

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Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

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Mit einer Performance von durchschnittlich 0,5 Prozent schnitten die Pensionskassen im August leicht besser ab als im Monats-Durchschnitt seit Jahresbeginn. Das stellte der «Pensionskassen-Barometer» der Grossbank fest.

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