Der Kampf um Neukunden auf der Skipiste

Bank Syz, Werbung in Davos

An Skiliftmasten in Schweizer Skigebieten klären nun nicht mehr kalauernde Steinböcke die Touristen über die Naturschönheiten auf. Auch die Suva warnt nicht mehr vor Pistenrowdytum. Und das Bergrestaurant ganz oben preist keinen «Kafi Schümlipflümli» mehr an.

An Skimasten von Davos bis Zermatt hängen nun Schilder der Bank Syz, die so um Kundschaft wirbt. Und am Skilifthäuschen prangt dann die Syz-Plakatwand.

Appell an après-ski-lustige Schneesportler

Mit der sprichwörtlichen Diskretion im Private Banking hat das nichts zu tun. Das feine Genfer Institut bewegt sich werbemässig in einem Umfeld, in dem beispielsweise lokale Biermarken mit halbwegs originellen Sprüchen an den Durst von après-ski-lustigen Schneesportlern appellieren.

Eigentlich ist dies gegen alle Gesetze der Werbung, wo Umfeld und Platzierung mit höchstem Bedacht ausgewählt und selektioniert werden.

Aber Skigebiete sind eine Ausnahme. Man braucht kein ausgebuffter Werbestratege zu sein, um zu wissen: Wo Ski gefahren wird, konzentriert sich eine zahlungskräftige Kundschaft. Aus der Schweiz, vor allem aber aus dem Ausland.

Skigebiete sind ähnlich wie Flughäfen

Wobei dies natürlich nur für die Top-Gebiete gilt. Syz bearbeitet seit diesem Jahr neben Crans-Montana, Verbier und Zermatt in der Deutschschweiz auch in Davos auf diese Weise. Erstmals hatte die Bank 2012 an Skimasten geworben.

Syz-Sprecher Moreno Volpi sagte auf Anfrage von finews.ch, an diesen Orten könne gezielt eine potenzielle Wealth-Management-Kundschaft aus der Schweiz wie aus dem Ausland erreicht werden, «ganz ähnlich wie an Flughäfen».

Mit der Skimasten-Werbung nutzt Syz dabei die Gegebenheit, dass an den auf dem Sessellift sitzenden Skifahrern alle paar hundert Meter ein weiterer Mast vorbeizieht, sodass die Werbebotschaft mehrfach wiederholt und sogar in einer Geschichte erzählt werden kann.

Die Briten sind schon da

Syz glaubt mit dieser Werbestrategie, sich von den anderen Anbietern zu differenzieren. «In Skigebieten sind nur wenige Konkurrenten präsent,» sagte Volpi.

Im Private Banking mag dies stimmen. Nicht aber im Asset Management. Wenn Werbekunden die Skigebiete fest im Griff haben, dann sind dies die britischen Fondsanbieter M&G und Aberdeen Asset Management.

Mit grösstem finanziellen Aufwand ist es vor allem M&G, welcher um die Aufmerksamkeit von Ski- und Snowboardfahrern kämpft – sogar mit einer eigenen Website. Wie Syz hat auch M&G vor wenigen Jahren mit der Masten-Werbung in Bergsportgebieten angefangen.

Tausende Quadratmeter Werbefläche

Inzwischen platziert der Asset Manager, der mit rund 335 Milliarden Euro verwalteten Vermögen nicht zu den ganz grossen im Geschäft gehört, seine Werbebotschaften in 46 Skigebieten in sechs Ländern. Vom Liegestuhl bis zur Gondel – alles kommt in den M&G-Farben mit Logo daher.

Das sind tausende Quadratmeter Werbefläche, die so besetzt werden – und für die betreffenden Destinationen eine willkommene Einnahmequelle sind.

Dem Vernehmen nach ist diese Werbestrategie für M&G ein voller Erfolg. Jetzt wisse das alpine Europa, wer der Fondsanbieter sei, tönt es.

Enormer Streuverlust ist Nebensache

Neukundengewinn ist dabei eher Nebensache, denn M&G vertreibt vor allem an institutionelle Kunden. Der sogenannte Streuverlust, ein massgeblicher Messwert für den Erfolg einer Werbekampagne, ist in den Skigebieten enorm.

Doch darauf kommt es nicht an, wie auch Aberdeen Asset Management zeigt. Die Fondsgesellschaft mit Sitz im schottischen Edinburgh ist schon fast eine Institution im Schweizer Skisport: Ähnlich wie M&G sponsert auch Aberdeen Skischulen, zwölf insgesamt in zehn Skigebieten, und lädt jährlich zum immer besser besuchten Firmen-Skirennen ein.

Die Ski-Kampagnen seien sehr erfolgreich, so Aberdeen-Sponsoring-Chefin Jill Maxwell. «Sie erwecken unsere Marke zum Leben.»

Fünfjährige als Werbeträger

Der Werbeeifer der Briten hat schon beinahe eine komische Note: Wenn früher auf den Startnummern der Kinder-Skirennen das «Ovomaltine»-Logo prangte, ist es heute eines von M&G.

Fünfjährige, die im Stemmbogen durch die Tore (die nebenbei dasselbe Logo tragen) fahren als Werbeträger einzusetzen – entweder ist das clever, oder eine Verschleuderung von Werbegeldern.

Keine Ermüdungserscheinungen

M&G jedenfalls zeigt in den Skigebieten keine Ermüdungserscheinungen und weitet seine Aktivitäten laufend aus.

Konkrete Zahlen über den Werbeerfolg im Schnee sind auch bei der Bank Syz nicht in Erfahrung zu bringen. Aber alleine ist die Privatbank mit dieser Werbestrategie jedenfalls längst nicht mehr. «Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, ob wir sie fortsetzen werden,» so Sprecher Volpi.

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NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

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