Deutschland: Ein Eldorado für Schwarzgeld

Brandenburger Tor, Bild Shutterstock

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Gerne wird die Schweiz als Magnet für dubiose Gelder dargestellt. Dabei ist Deutschland gerade in der Gunst von Geldwäschern gestiegen, wie dort selbst Behörden zugeben. Das hat auch Signalwirkung für das Swiss Banking.

100 Milliarden Euro. Das ist nach neuesten Erkenntnissen des deutschen Bundesfinanzministeriums die Summe, die jährlich in Deutschland gewaschen wird. Und es dürfte noch viel mehr werden, wie die Behörde gegenüber dem deutschen «Handelsblatt» (Artikel bezahlpflichtig) ausführte. Man beobachte derzeit eine richtiggehende «Sogwirkung» für ausländisches Bargeld, das aus illegalen Geschäften stammt.

Dass das nördliche Nachbarland so beliebt ist bei Geldwäschern, hat einen handfesten Grund. Schuld daran ist aus Sicht der deutschen Finanzbehörden die Einführung von Bargeldobergrenzen in zahlreichen europäischen Staaten: etwa in Italien, Frankreich, Spanien und auch in Griechenland.

Wolfgang Schäuble unter Zugzwang

Deutschland als Eldorado für Schwarzgeld? Dem Klischee zufolge wird dieser Titel gerne der Schweiz zugeschoben, nicht selten zurecht, wie jüngere Beispiele zeigen (finews.ch berichtete hier und hier).

Tatsächlich zeigt sich aber, dass grosse europäische Staaten wie Deutschland und Grossbritannien ebenfalls mit der virulenten Problematik zu kämpfen haben.

In Deutschland sieht sich das von Wolfgang Schäuble geführte Bundesfinanzministerium nun unter Zugzwang. Die Behörde macht sich mittlerweile für eine Bargeldobergrenze stark. Falls man sich europaweit nicht auf ein Limit verständigen kann, plädiert sie für eine Obergrenze in Deutschland in Höhe von 5’000 Euro.

Muss die Schweizer Politik über die Bücher?

Das hätte wiederum Signalwirkung für die Schweiz, die sich rühmt, über eines der schärftsten Geldwäsche-Gesetze der Welt zu verfügen. Letztes Jahr hat das hiesige Bundesparlament nach harten Verhandlungen beschlossen, dass Bargeldgeschäfte erst ab einer Höhe von 100’000 Franken gemeldet werden müssen. Konservative Politiker bestritten damals, dass die Schweiz damit zur Fluchtburg für illegales Geld wird.

Werden jedoch europaweit tiefere Bargeld-Limiten installiert, muss die Schweizer Politik wohl über die Bücher. Ansonsten drohen der hiesigen Wirtschaft – und zuvorderst den hiesigen Banken – bald erneute Nachteile im Geschäft mit der EU-Raum.

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NEWS GANZ KURZ

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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