EFG International: Verhageltes Ergebnis 2015

Joachim Strähle, CEO von EFG International

Joachim Strähle, CEO von EFG International

Die Schweizer Privatbank EFG International, die sich daran macht, mit der Tessiner BSI Bank zu fusionieren, schaut auf ein sehr schwaches Geschäftsergebnis für 2015 zurück. Ist der Schulterschluss vom Montag die letzte Flucht nach vorn?

Auf Grund von ausserordentlichen Aufwendungen (Anwaltskosten, Busse im US-Steuerstreit und Rückstellungen) belief sich der Reingewinn von EFG International für 2015 auf 91,1 Millionen Franken (unter Ausschluss nicht wiederkehrender Effekte). Das entspricht einem markanten Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie einer Mitteilung vom Montag zu entnehmen ist.

Den Aktionären will die Bank trotz ihres mageren Abschneidens eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte und verrechnungssteuerfreie Dividende von 25 Rappen auszahlen. 

In die Kostenfalle geraten

Die schlechte Geschäftsentwicklung zieht sich im Prinzip durch den gesamten Abschluss. Die Erträge schrumpften um 3 Prozent auf 696,7 Millionen Franken, während der Aufwand um 5 Prozent auf 604,3 Millionen Franken stieg.

Das Kosten-/Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich entsprechend auf 86,1 Prozent; im Vorjahr hatte die Bank noch einen Wert von 79,8 Prozent ausweisen können.

Weniger Neugeld

Enttäuschend auch die Kundengelder, die sich insgesamt von 84,2 Milliarden Franken auf 83,3 Milliarden Franken reduzierten, wie den Unterlagen weiter zu entnehmen ist. Mit 2,4 Milliarden Franken Neugeld enttäuschte EFG International ebenfalls, hatte das Institut vor Jahresfrist doch immerhin noch 4,4 Milliarden Franken eingenommen. Auch die Kapitalquoten haben sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verschlechtert.

Zu einer Zunahme (mit Ausnahme des Aufwands) kam es lediglich beim Personal; der Bestand erhöhte sich von 2'059 auf 2'169 Stellen; wobei die Zahl der Kundenberater (Client Relation Officers) von 440 auf 462 anstieg.

Mit diversen Wachstumsinitiativen und dem Schulterschluss mit der Tessiner BSI Bank will EFG International wieder auf Erfolgskurs kommen, wie es in der Mitteilung vom Montag weiter heisst. Geplant ist auch ein Kostensenkungs-Programm, das bis Ende 2016 umgesetzt sein soll und – wie bereits früher erwähnt  zum Abbau von rund 200 Stellen führen wird.

Kostensenkungen haben höchste Priorität

EFG International sei sich bewusst, dass eine Senkung der Kostenbasis zwingend notwendig sei, sagte CEO Joachim Strähle am Montag. Bei einer Reihe von Massnahmen seien bereits erhebliche Fortschritte erzielt worden.

Durch eine Stärkung der Teamarbeit habe eine stetige Verbesserung des Verhältnisses Support-Mitarbeiter/CROs erreicht werden können. Bei zentralen Funktionen und regionalen Geschäftsbereichen werden derzeit allgemeine Kosteneinsparungen identifiziert, wie es am Montag weiter hiess.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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