BSI-Kauf ist für EFG International mit vielen Risiken gekoppelt

EFG International in Zürich

EFG International in Zürich

Die Privatbank EFG International zahlt für die BSI Bank zwar weniger als seinerzeit die brasilianische Finanzgruppe BTG Pactual. Doch der Preis ist im aktuellen Umfeld sehr hoch – und mit Ungewissheiten verbunden. Hier sind fünf davon.

BTG Pactual zahlte seinerzeit 1,5 Milliarden Franken; EFG International nun 1,33 Milliarden Franken, wie einer Mitteilung vom Montag zu entnehmen ist. Das sind zwar immer noch knapp 1,5 Prozent der übernommenen Kundengelder, was ein stolzer Preis ist.

1. Synergien werden überschätzt

Stolz insofern, weil sich die in Aussicht gestellten Synergien von 185 Millionen Franken pro Jahr bis 2019 möglicherweise doch nicht einstellen könnten, wie es bei solchen Schulterschlüssen oftmals der Fall ist. In der Regel werden solche Beiträge bei einer Ankündigung relativ hoch angesetzt und entsprechend massiv überschätzt.

2. Geschäftsmodell hat Erklärungsbedarf

Es fragt sich selbstverständlich auch, ob die BSI-Kunden ohne weiteres bereit sein werden, zu einer Privatbank zu wechseln, die zwar schweizerisch ist, aber es bis heute nicht geschafft hat, ihr Geschäftsmodell – mit den zahlreichen, recht unabhängig agierenden Kundenberatern – der Öffentlichkeit und den Investoren zu veranschaulichen.

3. Grössengewinn ist riskant

Mit dem Zusammenschluss erlangt die neue Bank zwar einen Grössengewinn, was im Rahmen der aktuellen Konsolidierung sicherlich sinnvoll ist, aber auch mit zahlreichen Risiken verbunden ist. Denn ob sich die beiden Kulturen tatsächlich verschmelzen lassen, ist alles andere als gewiss, wie finews.ch schon früher festgestellt hatte.

Zudem haben sich in den vergangenen Monaten die Marktrisiken deutlich verschlechtert und eine Abkehr dieser Entwicklung ist vorläufig nicht in Sicht. Das dürfte den Erfolg des neuen «Gebildes» erheblich beeinträchtigen.

4. Schwache Eigenmittelausstattung

Die EFG-Aktie hat seit Anfang 2016 knapp 40 Prozent an Wert verloren und ist nun entsprechend günstiger und mit einem Price-/Book-Verhältnis (Erwartung für 2016) von 0,8x rund 10 Prozent günstiger als der Durchschnitt anderer Vermögensverwalter, aber die Eigenmittelausstattung ist – wie es die Jahreszahlen 2015 – gezeigt haben, eher schwach.

5. Opferrolle nur aufgeschoben?

In Finanzkreisen festigt sich dadurch der Eindruck, das EFG-CEO Joachim Strähle mit diesem Deal definitiv die Flucht nach vorn angetreten hat, um nicht selber über kurz oder lang zum Opfer der Konsolidierung zu mutieren. Bleibt der Erfolg mit BSI jedoch aus, wird er sich wohl oder übel in diese Rolle fügen müssen.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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