HSBC: Ein Jahr zum Vergessen

HSBC Private Bank, Zürich

HSBC Private Bank, Zürich

In der Schweiz hat die letztjährige Geisterbahnfahrt der anglo-chinesischen Grossbank HSBC ihren Anfang genommen: Im Februar 2015 wurde die so genannte «Swiss Leaks»-Affäre ruchbar, welche mutmassliche Steuervergehen bei der Schweizer Privatbanken-Tochter von HSBC ins weltweite Rampenlicht rückte.

Die Turbulenzen rund um den Finanz-Skandal sowie das strukturell schwierige Umfeld haben seither Spuren hinterlassen. Wie dem Jahresbericht der Division Global Private Banking (GPB) am Dienstag zu entnehmen war  – ihr gehört auch die HSBC Privatbank in der Schweiz an –, hat sich die Ertragskraft dort beinahe halbiert.

Im Epizentrum des Problems

So hat die Einheit, die sich als führende Privatbank für superreiche Unternehmer etablieren will, für 2015 einen Vorsteuergewinn von 344 Millionen Dollar ausgewiesen. Dies gegenüber 626 Millionen Dollar im Vorjahr. Schuld daran sind bei leicht geringeren Erträgen die Kosten, die nochmals um gut 1 Milliarde Dollar gestiegen sind.

Ein Blick auf die Märkte zeigt zudem, dass die Schweizer Privatbanken-Tochter im Epizentrum der Problematik liegt: In Europa schmolzen die Kundenvermögen im letzten Jahr um 11 Milliarden Dollar, während sich das Asien-Geschäft als einzige Marktregion stabil halten konnte (siehe Grafik unten).

Eine Anfrage von finews.ch zur der Entwicklung bei der HSBC Privatbank in Genf blieb bisher ohne Antwort.

GrafikHSBC 500

1 Milliarde Dollar Neugeld

Insgesamt sanken die Kundenvermögen 2015 um 16 Milliarden Dollar auf 349 Milliarden Dollar. Der ganzen Division flossen im Jahresverlauf magere 1 Milliarde Dollar zu, wie dem Bericht weiter zu entnehmen ist.

Ein Resultat, das schwer zu denken geben müsste – wären denn Gegenmassnahmen nicht schon eingeleitet, zumal in der Schweiz. Letzten April hat die von Chef Franco Morra geführte HSBC Privatbank in Genf den Abbau von 260 Stellen angekündigt sowie den Abschied von Märkten und weniger vermögenden Kunden.

Drückende Altlasten

Nun wird sich zeigen, welche Wirkung die Massnahmen in den nächsten Monaten entfalten. Das Umfeld ist nicht einfacher geworden, und die Altlasten haben Bestand.

So zählt die Schweizer HSBC-Tochter zu den Kategorie-1-Banken, gegen die US-Behörden im Steuerstreit eine Strafuntersuchung eingeleitet haben. Die USA sowie zahlreiche andere Staaten untersuchen zudem die mutmasslichen Vergehen des Instituts im «Swiss Leaks»-Skandal.

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Swiss Life

Der Zürcher Heimatschutz (ZVH) gibt beim Warenhaus Manor auf. Er akzeptiert den Entscheid des Verwaltungsgerichts, dass das Manor-Gebäude an der Zürcher Bahnhofstrasse kein Warenhaus bleiben muss. Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Swiss Life, will das traditionsreiche Gebäude umbauen und umnutzen.

WIR Bank

Die Genossenschaft-Bank hat den Halbjahresgewinn um 115 Prozent auf 17,2 Millionen Franken gesteigert. Zwar wurde das Ergebnis auch durch den Verkauf von nicht benötigten Immobilien begünstigt, doch auch ohne diesen ausserordentlichen Ertrag lag das Gewinnwachstum bei 44 Prozent.

Luzerner Kantonalbank

Die Luzerner Kantonalbank begibt eine 0,1-Prozent-Anleihe über 375 Millionen Franken. Die Laufzeit beträgt fünfzehn Jahre. Zeichnungsschluss ist der 12. September, die Liberierung erfolgt auf den 15. September 2016.

Allianz Suisse

Der Sachversicherer hat im ersten Halbjahr das Prämienvolumen um 1,9 Prozent auf rund 1,37 Milliarden Franken erhöht. Der Halbjahres-Gewinn kletterte um 12,2 Prozent auf 142 Millionen Franken. Damit setzt Allianz Suisse den positiven Trend fort.

Zürcher Kantonalbank

investiere.ch, die Schweizer Investitionsplattform für Startups, hat eine Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Zürcher Kantonalbank hat sich dabei substanziell an der Kapital-Erhöhung beteiligt und ist neu Minderheitsaktionärin von investiere.ch.

Swiss Life

Corpus Sireo, eine Tochter-Gesellschaft der Swiss Life Asset Managers, kauft die Firmensitze der Zurich Deutschland in Köln und Bonn. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Was Corpus Sireo mit den Objekten vor hat, ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Behörden.

Bernerland Bank

Die Regionalbank hat im ersten Halbjahr 2016 den Reingewinn um 6 Prozent auf gut 2 Millionen Franken steigern können. Der Zinserfolg nahm um 1 Prozent auf 10,2 Millionen Franken zu. Trotz des anhaltend schwierigen Zinsumfelds erwartet die Bank für das Geschäftsjahr 2016 einen Reingewinn auf Vorjahreshöhe.

Zürcher Landbank

Die Zürcher Landbank hat im ersten Semester 2016 den Gewinn auf über 1 Million Franken gesteigert. Dies ist ein Folge des höheren Zinserfolges, der um 2,5 Prozent auf 4 Millionen Franken stieg. Die übrigen Erfolgspositionen sowie der Aufwand blieben stabil.

Western Union

Der Zahlungsdienstleister Western Union und die SBB haben eine Smartphone-App lanciert. Sie ermöglicht Geldtransfers in über 200 Länder an mehr als 1'000 Billett-Automaten. Die Überweisung können entweder bar oder mit einer Bankkarte erfolgen.

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