André Rüegg: «Auch für die Bank am Bellevue planen wir Zukäufe»

André Rüegg, CEO Bellevue Group und Bellevue Asset Management

André Rüegg, CEO Bellevue Group und Bellevue Asset Management

Nach der Übernahme ist vor der Übernahme: Bellevue-CEO  André Rüegg macht im Gespräch mit finews.ch deutlich, dass nach dem Kauf des Asset Managers StarCapital in der Bellevue-Gruppe weitere Akquisitionen folgen sollen.

Mit dem Kauf der in Frankfurt ansässigen StarCapital ist der Bellevue Group und ihrem CEO André Rüegg ein Coup gelungen. Denn mit der Übernahme vergrössert die Zürcher Investment-Boutique die verwalteten Vermögen um fast 50 Prozent auf aktuell 7,8 Milliarden Franken.

Es ist der zweite Streich innert weniger als zwei Jahren. Im September 2014 hatte Bellevue, damals noch unter CEO Urs Baumann, den Healthcare-Spezialisten Adamant von der Zürcher Kantonalbank, gekauft – gut 800 Millionen Franken an Kundengeldern flossen damals der Gruppe zu.

Nun organisches Wachstum

Rüegg will das Asset Management weiter forcieren: «Unser nächstes Ziel ist die Marke von zehn Milliarden Franken», sagte er im Gespräch mit finews.ch. Das Wachstum wolle er aber hauptsächlich auf organischem Weg erreichen.

Der Kauf der StarCapital ist der zweite von insgesamt drei Strategie-Schritten. Nach der Stärkung der Expertise im Healthcare-Bereich mit Adamant folgt nun mit StarCaptial die Diversifikation der Ertragsbasis.

Denn bis anhin war die Bellevue Group hauptsächlich im Biotech- und Healthcare-Bereich tätig. Die Produktpalette von StarCapital umfasst hingegen globale Obligationen-, Aktien- und Mischfonds sowie ETF-Strategien.

«Grosse Ertragssynergien»

Zugleich hat die Bellevue Group nun eine vollumfängliche Vertriebsorganisation in Deutschland, über welche sie ihre Investmentprodukte in die gesamte Europäische Union verkaufen kann. Gleichzeitig können StarCapital-Produkte über den Zürcher Standort in der Schweiz vertrieben werden.

«Ich verspreche mir davon grosse Ertragssynergien», so Rüegg, der seit knapp einem Jahr an der Spitze der Gruppe steht.

Neuer Geschäftszweig für Bank am Bellevue

Der dritte Strategie-Schritt betrifft die Weiterentwicklung der Bank am Bellevue.

Die Bank, welche in den Bereichen Brokerage und Corporate Finance tätig ist, leidet seit einiger Zeit unter Ertragserosion, wie auch finews.ch berichtete.

Rüegg plant nun, mit der Bank neben den bisherigen Bereichen Brokerage und Corporate Finance auch im Wealth Management als unabhängigen Vermögensverwalter aktiv zu werden. Die Kundenassets würden dann bei Drittbanken liegen.

«In diesem Bereich prüfen wir Zukäufe. Deshalb haben uns zu einer Kapitalerhöhung von gegen 40 Millionen Franken entschieden, um uns die strategische Flexibilität für weitere Akquisitionen zu sichern», so Rüegg.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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