Der Zahnarzt, der sein Geld bei der CS bleichte

Ernesto Colman

Ernesto Colman

Letzte Woche nahm die spanische Polizei einen schwerreichen Zahnarzt fest. Der gebürtige Uruguayaner, der ein ganzes Dorf besass, soll systematisch Steuern hinterzogen haben. Die Spuren führen auch zur CS.

Ernesto Colman, 55, war das leuchtende Vorbild der spanischen Wirtschafts-Elite. Mit nur wenigen Peso in der Tasche war der gebürtige Uruguayaner 1989 in Spanien angekommen und hatte in Madrid sein Glück gesucht. Das fand er: über die Jahre baute Colman mit Vitaldent ein Zahnarzt-Imperium mit rund 450 Kliniken (Bild unten) in Europa auf – und stieg zu einem der reichsten Männer Spaniens auf.

Jetzt hat ihn das Glück scheinbar verlassen. Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen verhaftete ihn die spanische Polizei zusammen mit zwölf weiteren Personen in Madrid. Der Verdacht: Colman habe mit seinem Zahnmedizin-Imperium den Fiskus um über 100 Millionen Euro betrogen.

Geld, das er in Luxemburg und der Schweiz gebunkert haben soll – unter anderem bei der Credit Suisse (CS), wie das Westschweizer Magazin «L’Hebdo» berichtete (Artikel bezahlpflichtig).

vitaldent 500

Schier unfassbarer Luxus

Damit ist der ausgebildete Zahntechniker ganz unten angekommen. Er, den das amerikanische Magazin «Time» wegen der Expansion seiner günstig-Zahnmedizin-Franchise einst als «McDentist» lobte.

Mit einem Vermögen von geschätzten 600 Millionen Euro leistete sich Colman zuvor ein Leben in schier unfassbarem Luxus. Medienberichten zufolge besitzt er nicht nur einen Privatjet, 36 Luxus-Karossen, Rennpferde, sondern auch rund 200 Bauernhöfe und ein ganzes, allerdings verlassenes Dorf.

Jede Klinik musste monatlich überweisen

Dennoch sah sich Colman offenbar veranlasst, ein Schwarzgeld-Vermögen anzusammeln. Jeden Monat sollen ihm dazu seine Kliniken jeweil 10'000 Euro in bar auf undeklarierte Konti überwiesen haben, wie berichtet wird. Ein System, das offenbar bis ins Jahr 2011 Bestand hielt.

Auf Anfrage von finews.ch hiess es bei der CS, sie richte ihr Geschäft mit Privatkunden systematisch auf deklarierte Vermögen aus und verfüge über die entsprechenden Kontrollmechanismen. «Angebliche oder existierende Kundenbeziehungen» will die Grossbank nicht kommentieren.

Nun nützt Colman all das Geld vorerst nichts mehr. Der Promi-Zahnarzt sitzt hinter Gittern. Die Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt. Und der Prozess gegen den «McDentist» rollt an. Für die involvierten Banken, zumal die Schweizer CS, dürfte dieser weitere Peinlichkeiten an den Tag bringen.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Was von der Trump-Show übrig bleibt
  • Blackrock: Wem gehört der stille Riese?
  • Wer kauft Johnny Depp sein Dorf in St.Tropez ab?
  • Diese 100 Silicon-Valley-Grössen sollten Sie kennen
  • Amerikas seltsamer Aktienboom
  • Sharing Economy: Gutes Teilen, schlechtes Teilen
  • Oliver Bussmann: «Blockchain ist Mainstream»
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

«Die Quartalsergebnisse verfehlten die Erwartungen»

«Wegen der zunehmenden Regulierung»

Es gibt Finanz-Sprüche, die wir dauernd hören ? obwohl sie nichts sagen. Hier einige Highlights.

Selection

Selection

Auf diese zehn Leute sollten Sie 2016 achten

Das sind die Vertreter des Schweizer Finanzplatzes, die in diesem Jahr für Furore sorgen werden.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2016 einen leicht tieferen Umsatz (-0,3 Prozent) auf gut 425 Millionen Franken realisiert. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

weitere News