Credit Suisse: Zäsur im Russland-Geschäft

Steven Hellman (links) mit Nikolay Kosov, International Investment Bank, IIB

Steven Hellman (links) mit Nikolay Kosov, International Investment Bank, IIB

«Heute ist mein letzter Arbeitstag bei der Credit Suisse», schrieb Steven Hellman am vergangenen Freitag in einem Email, das der «NZZ am Sonntag» (Artikel kostenpflichtig) vorliegt, an Freunde und Kollegen. Ein Sprecher der Credit Suisse (CS) bestätigte den Abgang und sagte, Hellman werde künftig «andere Interessen ausserhalb der Bank verfolgen».

Wie Recherchen von finews.ch ergaben heisst der neue starke CS-Mann in Russland Dimitri Kushaev; er leitete bisher das Private Banking und übernimmt nun die Rolle des Länderchefs.

Der diskrete Abgang des einst wortgewaltigen Hellmann (er war auch für das CIS-Geschäft verantwortlich) markiere eine Zäsur, stellte die «NZZ am Sonntag» am vergangenen Wochenende fest. Sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Investmentbanking habe sich die Schweizer Grossbank viel vom russischen Markt erhofft.

One-Bank unter schwierigen Bedingungen

Tatsächlich ist die Bank schon seit mehr als zwanzig Jahren in dieser Region tätig und hat ihr Angebot sukzessive auf das Geschäft mit superreichen Russen ausgerichtet. Vor gut einem Jahr hiess es noch, dass die CS in Russland ihre «One-Bank»-Strategie forcieren wolle, wie finews.ch berichtete.

Dabei bietet die CS ihren Kunden nicht nur die Dienste im Private Banking an, sondern auch jene der Investmentbank. Über diese Strategie wachte Hellman. Auf Grund der zunehmend schwierigeren Situation in Russland wurde dieses Geschäft im vergangenen Jahr allerdings immer unberechenbarer. Vor allem der tiefe Ölpreis, die politischen Unsicherheiten und die anhaltende Kapitalflucht machten das Geschäft komplex.

Moskau auf den Spuren Londons?

Vor fünf Jahren hatte die CS noch andere Erwartungen. Hellman sagte damals, Moskau werde bis 2020 zu einem Finanzzentrum wie London avancieren. Dabei werde die Credit Suisse die russische Regierung beim Aufbau des Finanzplatzes beraten.

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NEWS GANZ KURZ

Raiffeisen

Die Zertifizierung der Energieeffizienz von Gebäuden erfährt in der Schweiz laut Raiffeisen breite Unterstützung. Die genossenschaftlich organisierte Bank und grösste Hypothekengeberin der Schweiz trägt dem Rechnung und bietet neu eine energetische Immobilienbewertung in der Hypothekenberatung an.

Profidata

Profidata, der Softwaredienstleister für Finanzunternehmen, hat in Deutschland die Abraxas übernommen. Abraxas ist spezialsiert auf die Konsolidierung und Qualitätssicherung von Finanzmarktdaten, Marktgerechtigkeitsprüfungen und Fair-Value-Berechnungen.

SigFig

Der amerikanische Robo-Advisor, an dem sich kürzlich auch die UBS beteiligte, hat eine weitere Finanzierungs-Runde erfolgreich hinter sich gebracht. Von diversen Investoren, darunter die Schweizer Grossbank und die spanische Banco Santander, löste SigFig rund 40 Millionen Dollar.

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

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