EFG und BSI: Der Poker um die Russen-Banker

Michael Vlahovich, EFG International

Michael Vlahovich, EFG International

Die Fusion der Privatbanken BSI und EFG führt auch die Osteuropa-Teams der beiden Häuser zusammen. Dort treffen zwei Chefs aufeinander, die sich ein Stück Vergangenheit teilen.

Dieser Tage sorgt der Abgang des bekannten Asien-Bankers Hanspeter Brunner für Schlagzeilen. Wie finews.ch berichtete, ist der Asien-Chef der Tessiner Privatbank BSI das erste prominente Opfer, das der Schulterschluss zwischen EFG International und der BSI Bank fordert.

Bei Brunner dürfte es allerdings nicht bleiben. Wie Recherchen von finews.ch ergeben haben, ist der EFG-BSI-Zusammenschluss auch in der verschworenen Gemeinde der «Russen-Banker» am Platz Zürich Tagesgespräch. Dort wird nämlich gerätselt, was im Zuge der Fusion der beiden Privatbanken mit den Leitern der jeweiligen Osteuropa-Teams geschehen wird.

Obwohl die beiden Banken-Marken noch rund zwei Jahre nebeneinander geführt werden sollen, ist das Urteil der Branche bereits gemacht: Am Ende kann es nur einen Chef geben.

Auf Anfrage von finews.ch wollte EFG International diesbezüglich keine Stellung nehmen.

Die Klinke in die Hand gegeben

Die Spekulationen werfen ein Schlaglicht auf die zwei Banker an der Spitze der jeweiligen Osteuropa-Desks. Es sind dies Andreas Schüpbach (Bild unten), Leiter des Zentral- und Osteuropa-Geschäfts bei der BSI in Zürich – und Michael Vlahovich, sein Pendant bei der EFG International.

Schupbach 500

Sinnigerweise teilen sich die künftigen Konkurrenten ein Stück Vergangenheit. Beide waren sie für Coutts International in Zürich tätig, die Ende letzten März von der Genfer Privatbank UBP übernommen wurde. Noch mehr – sie gaben sich dort die Klinke in die Hand.

Laut Handelsregister stiess Schüpbach im Februar 2010 von der damaligen Royal-Bank-of-Scotland-Tochter Coutts zur BSI. Auf ihn folgte noch im selben Jahr Vlahovic, der damals mit einem ganzen Team von der Credit Suisse (CS) zur «Bank der britischen Queen» wechselte.

Absprung des Stars

Dort sorgte Vlahovich zuletzt in Zusammenhang mit der UBP-Übernahme für Schlagzeilen. Gerüchteweise habe er sich schon Anfang 2015 auf dem Sprung zu EFG befunden, hiess es damals – was Coutts zuerst dementierte. Unmittelbar nach dem Zusammenschluss von Coutts mit UBP Ende März 2015 berichtete finews.ch dann exklusiv über seinen Wechsel zu EFG International.

Der Absprung von Vlahovich sorgte damals in der Branche für einiges Aufsehen, gilt er doch als einer der hiesigen Stars im Geschäft mit schwerreichen osteuropäischen Kunden.

Joachim Strähles Wahl

Das BSI-Gegenüber Schüpbach ist ebenfalls kein Leichtgewicht. So ist der Private Banker ein gefragter Experte in Veranstaltungen rund ums Thema Vermögensverwaltung für russische Kunden. Erst letzten Februar noch trat Schüpbach als Redner am Russian Wealth Advisors Forum in Zürich auf.

Vlahovich hüben, Schüpbach drüben – man darf gespannt sein, wie sich EFG-Chef Joachim Strähle am Ende entscheiden wird.

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Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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