UBS: Geisel der USA in Singapur

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Auf ihrer Jagd nach Steuersündern sind die US-Behörden in Singapur angekommen – und treffen dort auf alte Bekannte aus der Schweiz. Die Amerikaner haben beantragt, dass die Grossbank UBS Informationen zu einem Konto eines US-Bürgers herausrückt.

Die amerikanische Steuerbehörde IRS will per Gerichtsbeschluss erzwingen, dass die Singapur-Filiale der Schweizer Grossbank UBS die Unterlagen des Kontos von Ching-Ye Hsiaw aushändigt. Hsiaw ist US-Bürger chinesischen Ursprungs und lebt heute im Land seiner Vorfahren.

Wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtet, hat das zuständige Gericht im US-Bundesstaat Florida die UBS für den 31. März vorgeladen. Die Grossbank soll erklären, wieso sie die verlangten Unterlagen zu Hsiaw nicht herauszurücken gedenkt.

Feldzug gegen Offshore-Zentren

«Die UBS wird zur Geisel der USA, weil sie sich deren Gerichtsbarkeit unterstellt hat und jetzt Unterlagen ausserhalb des US-Territorium aushändigen soll», sagt Jeff Neiman, ein ehemaliger Staatsanwalt. «Dies führt zu einem Showdown zwischen der in Singapur gültigen Schweigepflicht und dem Bedürfnis der USA, ihre Steuergesetze durchzusetzen.»

Die UBS wollte keine Stellung nehmen zum Bericht. Auch Hsiaw war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, heisst es seitens von «Bloomberg».

Das Vorgehen der US-Behörden fügt sich nahtlos in den Feldzug, der seit Jahren gegen sogenannte Offshore-Finanzzentren geführt wird und insbesondere die Schweiz ins Visier nahm.

Singapurs Saubermann-Image in Gefahr

In zahlreichen Verfahren haben bislang etwa 80 Schweizer Banken rund 5 Milliarden Dollar an die US-Behörden abgeliefert, um einer weiteren Strafverfolgung zu entgehen. Darunter sind die Credit Suisse und UBS, die beiden Schweizer Grossbanken, Julius Bär sowie die Institute der sogenannten Kategorie 2 des US-Programms zur Beilegung des Steuerstreits.

Der Fall Hsiaw trifft Singapur zu einem heiklen Zeitpunkt. Der Stadtstaat unternimmt viel, um das Image eines sauberen Finanzplatzes zu festigen. Gleichzeitig muss es sich mit den Korruptionsvorwürfen im Falle des 1MDB Staatsfonds von Malaysia herumschlagen und könnte deshalb geneigt sein, im Falle der UBS den US-Behörden entgegenzukommen.

Erst der Anfang?

«Selbst wenn das Bankgeheimnis von Singapur die Herausgabe von Akten verbietet, die direkt oder indirekt mit dem Konto von Hsiaw in Verbindung stehen, gebietet es die Höflichkeit, dass die Dokumente übergeben werden,» sagte ein Beamter der US-Steuerbehörden gegenüber «Bloomberg».

Das könnte zum Anfang einer gross-angelegten Kampagne werden. «Sollte die UBS die Unterlagen nicht herausrücken, könnte sie belangt werden wegen Missachtung des Gerichts,» sagte Neiman. «Ich glaube, dass dies der Weg der IRS ist, gegen Singapur vorzugehen.»

  • Gerichtsfall U.S. vs UBS, 16-mc-20653, U.S. District Court, Southern District of Florida (Miami).

 

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NEWS GANZ KURZ

Profidata

Profidata, der Softwaredienstleister für Finanzunternehmen, hat in Deutschland die Abraxas übernommen. Abraxas ist spezialsiert auf die Konsolidierung und Qualitätssicherung von Finanzmarktdaten, Marktgerechtigkeitsprüfungen und Fair-Value-Berechnungen.

SigFig

Der amerikanische Robo-Advisor, an dem sich kürzlich auch die UBS beteiligte, hat eine weitere Finanzierungs-Runde erfolgreich hinter sich gebracht. Von diversen Investoren, darunter die Schweizer Grossbank und die spanische Banco Santander, löste SigFig rund 40 Millionen Dollar.

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

Pensionskassen

Gemäss der Pensionskassen-Studie der ZKB-Tochter Swisscanto haben die Schweizer Vorsorge-Werke im Jahr 2015 trotz höherem Risiko weniger verdient. Demnach erzielten die Pensionskassen eine Performance von durchschnittlich 1,13 Prozent (Vorjahr: 7,31 Prozent). Somit verfehlten sie nicht nur die durchschnittlich angestrebte Zielrendite von 3,9 Prozent, sondern auch die Mindestzins-Vorgabe von 1,75 Prozent deutlich. Dies trotz einer Zunahme der risikobehafteten Anlagen.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank lanciert das Login per Fingerabdruck in die GLKB Mobile Banking App. Die Sicherheit mit dem neuen Login-Verfahren bleibt laut Mitteilung unverändert hoch.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich mit 9 Prozent am Aktienkapital der Swiss Bankers Prepaid Services (SBPS). Postfinance arbeitet bereits seit Jahren mit der Dienstleisterin im Bereich Reisezahlungsmittel zusammen. Im Zuge des Engagements wurde Nicole Walker, Leiterin Produktmanagement Zahlungslösungen bei der Post-Tochter, in den Verwaltungsrat der SBPS gewählt.

Swiss Life

Der Schweizer Lebensversicherer weist im BVG-Geschäft eine Auschüttungs-Quote von 92,9 Prozent aus. Die Prämien in der Kollektivversicherung stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent auf 8,69 Milliarden Franken. Um die Leistungsversprechen langfristig zu sichern, wurden zusätzliche technische Rückstellungen von 939 Millionen Franken gebildet.

Helvetia

Die Helvetia ist in der Schweiz in der beruflichen Vorsorge 2015 mit den periodischen Prämien gewachsen, hat aber bei den Einmaleinlagen zurückhaltend neues Geschäft gezeichnet. Total ging das Prämienvolumen um 4,1 Prozent auf 2,55 Milliarden Franken zurück.

Axa Winterthur

Die Axa Winterthur hat 2015 in der Beruflichen Vorsorge (BVG) den Gewinn leicht gesteigert. Das Betriebsergebnis aus dem der Mindestquote unterstellten Geschäft nahm um 10 Millionen Franken auf 221 Millionen Franken zu. Dagegen gingen die gesamten Prämieneinnahmen aufgrund weniger Neuabschlüsse in der Vollversicherung zurück.

Luzerner KB

An der Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank haben die Aktionäre der beantragten Ausschüttung von 11 Franken via Nennwertrückzahlung zugestimmt. Sie wählten Andreas Emmenegger neu in den Verwaltungsrat. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung von 15 Jahren wurde Christoph Lengwiler aus dem Gremium verabschiedet.

Valiant

Die Aktionäre der Valiant Bank haben der Erhöhung der Dividende auf 3,60 Franken zugestimmt und den Zuger Othmar Stöckli in den Verwaltungsrat gewählt. Er ersetzt Franz Zeder, der nach 14 Jahren aus dem Gremium ausgeschieden ist.

Postfinance

Die Post-Tochter hat ihr Online-Trading-Angebot überarbeitet. Via die neue Benutzeroberfläche können Kunden in Echtzeit an den wichtigsten Börsenplätzen der Schweiz, Europas und Nordamerikas selbstständig Aktien, Obligationen, Fonds, ETFs und Derivate handeln, wie es hiess. Entwickelt wurde die neue Plattform von der Postfinance-Partnerin Swissquote.

Zurich

Der Versicherer Zurich Insurance hat eine nachrangige Anleihe in Höhe von 750 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis Oktober 2046 und ist erstmals im Oktober 2026 kündbar. Die Transaktion richtet sich gemäss der Mitteilung an Investoren in Europa.

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