Bonus: Geldregen für Anfänger

(Bild: Shutterstock)

Mittlerweile müssen sich die grossen Investmentbanken enorm um die besten Talente bemühen. Der Grund: Viele Hochschul-Abgänger – abgeschreckt durch die notorischen Finanzskandale – ziehen es vor, in die aufstrebende Fintech-Branche einzusteigen.

Für die grossen Investmentbanken wird dies zunehmend zum Problem. Denn wenn unten nichts nachkommt, spriesst es oben nicht mehr. Dies wollen die Banken nun ändern, indem sie die Boni für die Jungbanker kräftig erhöhen.

Schnellere Aufstiegschancen

So dürfte im Schnitt der Bonus für Investmentbanker der tiefsten Stufe, «Analyst», dieses Jahr um 150 Prozent auf 15'000 Pfund steigen. (siehe nachstehnde Tabelle). Und «Associates» erwartet gut 20 Prozent mehr. Dies zeigt eine Umfrage des britischen Vergütungsspezialisten «Emolument».

Emolument 1 500

Nicht nur mit monetären Anreizen, sondern auch mit schnelleren Aufstiegschancen locken die Investmentbanken. Die Credit Suisse zum Beispiel befördert ihre schlausten Köpfe bereits nach fünfeinhalb Jahren und damit ein Jahr schneller als bisher zum Vice President (VP), wie auch finews.ch kürzlich berichtete.

Einschnitte im mittleren Kader

Auf dieser Stufe und eine darüber, dem «Director», lässt sich zwar deutlich mehr verdienen, bei den Boni hingegen muss das mittlere Kader indessen empfindliche Abstriche hinnehmen – zumindest das laufende Jahr betreffend. 

Laut Emolument sind es bei den VP im Schnitt 24 Prozent und auf Direktoren-Stufe gar 33 Prozent. Am deutlichsten kürzen jene Banken die Boni der VP, welche 2015 am meisten ausgeschüttet hatten, namentlich die US-Grossbanken J.P. Morgan und die Bank of America/Merrill Lynch, wie aus der Umfrage weiter hervorgeht (siehe nachstehende Tabelle). 

Emolument 2 500

Bonus-Kürzungen treffen laut Emolument vor allem jene Banker, die für künftige Erträge keine Schlüsselpositionen mehr einnehmen.

Interessant: Auch die Credit Suisse (CS) kürzt die Boni ihrer VP. Mit 60'000 Pfund zählt sie aber immer noch zu den Top-Adressen in der Branche (siehe Tabelle). Damit kommen die CS-Banker mit einem blauen Auge davon. Angesichts der 3,5 Milliarden Franken, die CS-Konzernchef Tidjane Thiam bis 2018 einsparen will, hätte die Kürzung auch deutlich höher ausfallen können.

Oberes Kader zehrt vom Fett

Bei den oberen Kadern, den Managing Director, werden die Boni branchenweit um 8 Prozent reduziert. Für sie ist die Anpassung allerdings verschmerzbar – angesichts der signifikanten Lohnerhöhungen in den Jahren zuvor, weiss Emolument.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Sorry, we speak only «Deutsch»
  • Kapitulation der Währungshüter
  • Wie die reichsten Männer der Welt ihr erstes Geld verdienten
  • So viele Milliarden könnten die Banken mit der Blockchain sparen
  • Der Facebook-Milliardär, der Wrestler und ein Sexvideo
  • Fintech: Das war erst der Anfang
  • Hervé Falciani: Dieb oder Weltverbesserer?
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection

Selection

Diese Bank bezahlt am besten

Bei den Löhnen sticht eine Bank mit grossem Abstand hervor.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Raiffeisen

Die Zertifizierung der Energieeffizienz von Gebäuden erfährt in der Schweiz laut Raiffeisen breite Unterstützung. Die genossenschaftlich organisierte Bank und grösste Hypothekengeberin der Schweiz trägt dem Rechnung und bietet neu eine energetische Immobilienbewertung in der Hypothekenberatung an.

Profidata

Profidata, der Softwaredienstleister für Finanzunternehmen, hat in Deutschland die Abraxas übernommen. Abraxas ist spezialsiert auf die Konsolidierung und Qualitätssicherung von Finanzmarktdaten, Marktgerechtigkeitsprüfungen und Fair-Value-Berechnungen.

SigFig

Der amerikanische Robo-Advisor, an dem sich kürzlich auch die UBS beteiligte, hat eine weitere Finanzierungs-Runde erfolgreich hinter sich gebracht. Von diversen Investoren, darunter die Schweizer Grossbank und die spanische Banco Santander, löste SigFig rund 40 Millionen Dollar.

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

weitere News