Peter Vonlanthen: «Die Nachfrage nach Wohneigentum wird einbrechen»

Peter Vonlanthen

Peter Vonlanthen (Bild: DC Bank)

Peter Vonlanthen, der Chef der Berner DC Bank, vertritt eine dezidierte Meinung, was die Entwicklung des Schweizer Immobilienmarkts betrifft.

Die 1825 gegründete Berner DC Bank bekommt die zunehmende Regulierungen und die rekordtiefen Zinssätze zu spüren, wie das Finanzinstitut am Dienstag anlässlich der Publikation des Jahresergebnisses mitteilte.

Dennoch ist es der Bank gelungen, im vergangenen Jahr in sämtlichen Geschäftssparten zu wachsen. Die Kundengelder stiegen um über 4 Prozent auf 850 Millionen Franken an, und die Kundenausleihungen erhöhten sich um 6 Prozent auf 812 Millionen Franken.

Rückläufige Zinserträge

Unter dem Strich sank hingegen der Reingewinn leicht auf 3,2 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Denn die Einnahmen im Zinsengeschäft, dem wichtigsten Ertragspfeiler der Bank, gingen um 1,7 Prozent zurück. Das tiefere Ergebnis ist laut Mitteilung auch den Kosten für Zinsabsicherungen geschuldet.

Während sich der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ebenfalls rückläufig entwickelte, erwirtschaftete die Bank im Vermögensverwaltungs-Geschäft leicht höhere Erträge. Dieses will die Bank weiter ausbauen, um so den schwindenden Zinsmargen entgegenzuwirken, wie es weiter heisst. Derzeit stammt ein Drittel der Bankerträge aus dem Kommissionsgeschäft.

Immobilienmarkt vor Umwälzungen

In der Mitteilung vertritt DC-Bank-CEO Peter Vonlanthen ausserdem eine klare Meinung bezüglich der Entwicklung des Schweizer Immobilienmarkts: «Im Gegensatz zu vielen anderen Marktteilnehmern sehen wir im Immobilienmarkt bedeutende Umwälzungen auf die Schweiz zukommen. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Wohneigentum in wenigen Jahren einbrechen wird», so Vonlanthen.

Seine Begründung: Wohneigentümer, insbesondere Einfamilienhaus-Besitzer, würden immer älter, und gleichzeitig leisteten sich immer weniger junge Leute eigene vier Wände. Und falls doch, dann geschehe dies vermehrt in Zentrumslagen.

Dadurch werde sowohl die Bautätigkeit, als auch die Wertentwicklung – vor allem bei Einfamilien-Häusern in peripheren Lagen – negativ beeinflusst, warnt Vonlanthen.

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NEWS GANZ KURZ

Responsability

Die niederländische Entwicklungsbank FMO hat Nachrangdarlehen im Wert von 67,4 Millionen Dollar an den Zürcher Mikrofinanz-Spezialisten Responsability verkauft. Das Portfolio umfasst Transaktionen mit neun Finanzinstituten, die in 14 Entwicklungs- und Schwellenländern tätig sind und vorwiegend KMU bedienen.

Acrevis

Die von St. Gallen aus operierende Regionalbank hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn von 9,8 Millionen Franken erzielt, minim mehr als im Vorjahr. Die Kundenausleihungen nahmen leicht um 1,6 Prozent zu, die verwalteten Vermögen um 2,7 Prozent.

Valartis

Die liechtensteinische Finanzaufsicht und die Börse Hongkong haben den Verkauf ihrer Liechtensteiner Tochter der Valartis Gruppe an die Citychamp Watch & Jewellery Group genehmigt hat. Die Transaktion soll im dritten Quartal 2016 abgeschlossen werden.

Swiss Life

Der Zürcher Heimatschutz (ZVH) gibt beim Warenhaus Manor auf. Er akzeptiert den Entscheid des Verwaltungsgerichts, dass das Manor-Gebäude an der Zürcher Bahnhofstrasse kein Warenhaus bleiben muss. Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Swiss Life, will das traditionsreiche Gebäude umbauen und umnutzen.

WIR Bank

Die Genossenschaft-Bank hat den Halbjahresgewinn um 115 Prozent auf 17,2 Millionen Franken gesteigert. Zwar wurde das Ergebnis auch durch den Verkauf von nicht benötigten Immobilien begünstigt, doch auch ohne diesen ausserordentlichen Ertrag lag das Gewinnwachstum bei 44 Prozent.

Luzerner Kantonalbank

Die Luzerner Kantonalbank begibt eine 0,1-Prozent-Anleihe über 375 Millionen Franken. Die Laufzeit beträgt fünfzehn Jahre. Zeichnungsschluss ist der 12. September, die Liberierung erfolgt auf den 15. September 2016.

Allianz Suisse

Der Sachversicherer hat im ersten Halbjahr das Prämienvolumen um 1,9 Prozent auf rund 1,37 Milliarden Franken erhöht. Der Halbjahres-Gewinn kletterte um 12,2 Prozent auf 142 Millionen Franken. Damit setzt Allianz Suisse den positiven Trend fort.

Zürcher Kantonalbank

investiere.ch, die Schweizer Investitionsplattform für Startups, hat eine Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Zürcher Kantonalbank hat sich dabei substanziell an der Kapital-Erhöhung beteiligt und ist neu Minderheitsaktionärin von investiere.ch.

Swiss Life

Corpus Sireo, eine Tochter-Gesellschaft der Swiss Life Asset Managers, kauft die Firmensitze der Zurich Deutschland in Köln und Bonn. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Was Corpus Sireo mit den Objekten vor hat, ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Behörden.

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