CS: Höchster Lohn geht nicht an Tidjane Thiam

Robert Shafir, bis Oktober 2015 bei der Credit Suisse

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam hat seine Ankündigung wahr gemacht und 2015 ein vergleichsweise moderates Salär bezogen. Eingeschenkt haben die Aktienzuteilungen. Das höchste Salär kassierte ein anderer.

4,6 Millionen Franken hat Tidjane Thiam für seine sechs Monate Arbeit im letzten als Chef der Credit Suisse (CS) verdient. Darin enthalten ist ein Bonus von rund 2,9 Millionen Franken, wie aus dem am Donnerstag publizierten Vergütungsbericht hervorgeht.

Thiam hat damit seine Ankündigung wahr gemacht und auf 40 Prozent seines Bonus' verzichtet. Die CS hat 2015 rote Zahlen geschrieben und steckt in einem massiven Umbau, dem neu nun über 6'000 Stellen zum Opfer fallen.

Robert Shafir hat am meisten verdient

Damit war Thiam 2015 nicht das am besten bezahlte Mitglied der CS-Geschäftsleitung, in der es einige Wechsel gegeben hat. Das war Robert Shafir, bis Oktober Co-CEO Wealth Management und CEO Americas. Der Amerikaner bezog für knapp zehn Monate Arbeit ganze 7,9 Millionen Franken, davon 6,3 Millionen Franken als Bonus.

Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass Thiam zudem in anderer Weise entlöhnt wurde. Die von ihm gehaltenen und noch gesperrten CS-Aktien haben einen Wert von 14,6 Millionen Franken. Davon sind Aktien im Wert von  14,3 Millionen aufgeschobene Ansprüche. Sie sind Teil der Boni, welche die CS von Thiams früherem Arbeitgeber Prudential «abgekauft» hat.

Thiam hält damit bereits nach kurzer Zeit mehr CS-Aktien als beispielsweise Brady Dougan, der CS-Aktien im Wert von rund 8,1 Millionen Franken hält. Die Sperrung der Aktien entfällt gestaffelt bis 2018.

Weniger für Urs Rohner

Im Verwaltungsrat bezog Präsident Urs Rohner ein Salär von insgesamt 3,2 Millionen Franken. Sein Basissalär wird mit 3 Millionen Franken angegeben. Dieses hat sich demnach seit 2014 zwar um eine halbe Million Franken erhöht. Doch 2014 bezog Rohner aufgrund weiterer Zahlungen ein insgesamt deutlich höheres Salär von 3,6 Millionen Franken – obwohl er damals auf 1 Million Franken verzichtet hatte, wegen der in den USA bezahlten Busse.

 

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NEWS GANZ KURZ

Credit Suisse

Laut Medienberichten will die Schweizer Grossbank ihren Anteil an einem chinesischen Brokerage-Gemeinschaftsunternehmen ausweiten. Demnach würde die Credit Suisse ihre Beteiligung an der lokalen Firma Credit Suisse Founder Securities von 33 auf 49 Prozent steigern; weder das Institut noch die chinesische Partnerin Founder Securities bestätigten die Spekulationen.

Investis

Die Westschweizer Immobiliengruppe Investis hat für den Börsengang am Donnerstag an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange den Angebotspreis bei 53 Franken pro Aktie festgelegt. Die Gruppe erwartet somit ein Erlös von 148 Millionen Franken.

Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff abrupt verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

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