Credit Suisse: Bisheriger Verwaltungsrat übernimmt Fintech-Aufgaben

Sebastian Thrun

Sebastian Thrun

Die Credit Suisse reorganisiert ihr Aufsichtsgremium. Zwei Fachleute kommen neu hinzu. Ein bisheriger Verwaltungsrat scheidet aus und übernimmt Aufgaben im Fintech-Bereich der Bank.

Der Verwaltungsrat der Credit Suisse schlägt Alexander Gut und Joaquin J. Ribeiro den Aktionären an der Generalversammlung vom 29. April 2016 zur Wahl vor, wie einer Mitteilung vom Donnerstag zu entnehmen ist. Sie sollen als nicht-exekutive Mitglieder des Gremiums für eine Amtsdauer von einem Jahr gewählt werden. 

Alexander Gut (Bild unten) ist Wirtschaftsprüfer und hat Betriebswirtschafts-Lehre an der Universität Zürich studiert und mit dem Doktortitel abgeschlossen. Von 1991 bis 2007 war er für die KPMG Zürich und London sowie bei Ernst & Young Zürich als Bankrevisor und Transaktionsberater für die Finanzdienstleistungsbranche tätig.

Alexander Gut 500

Seit 2007 ist er Managing Partner der Gut Corporate Finance, eines unabhängigen Beratungsunternehmens im Bereich Corporate Finance. Gut ist als nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats und Ausschussvorsitzender des Personalvermittler Adecco und des Zementherstellers LafargeHolcim sowie als nicht exekutives Mitglied des Verwaltungsrats der SIHAG, Schweizer Industrie Holding tätig.

Joaquin J. Ribeiro (Bild unten) ist ein in den Vereinigten Staaten ausgebildeter und zugelassener Certified Public Accountant und besitzt ein MBA in Finanzwesen der New York University sowie ein Business Executive Certificate der Columbia Business School. Er ist Vizepräsident der Beratungsgesellschaft Deloitte (USA) und Präsident des Bereichs Global Financial Services Industry (GFSI) von Deloitte.

Joaquin J Ribeiro 500

Diese Führungsrollen wird er bis zu seiner Pensionierung am 15. April 2016 weiterhin wahrnehmen. Während nahezu vier Jahrzehnten hat Ribeiro gemäss weiteren Angaben Kunden aus der Finanzbranche weltweit betreut.

Neue Aufgabe im Silicon Valley

Der bisherige Verwaltungsrat Sebastian Thrun, der 2014 dem Gremium beitrag, ist zum Senior Advisor der neu etablierten Fintech Innovation Factory «Credit Suisse Labs» im kalifornischen Silicon Valley ernannt worden, wo der deutsch-amerikanische Doppelbürger die CS in technologischen Belangen unterstützen soll. Er steht daher nicht mehr für eine Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung, wie die Bank am Donnerstag weiter mitteilte.

«Während seiner Amtszeit als Verwaltungsrat brachte Sebatian Thrun sein Wissen über technologische Entwicklungen und deren Einfluss auf die Betriebsabläufe unserer Bank und allgemein die Finanzindustrie ein. Credit Suisse Labs hat den Auftrag, die Credit Suisse als federführendes Institut in der Bankeninnovation zu positionieren», sagte CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. Er und die übrigen Mitglieder des Verwaltungsrats stellen sich für eine Amtsdauer von einem Jahr wieder zur Wahl.

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NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

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