Konsumkredite: Wer in der Branche in drei Jahren den Ton angibt

Bob Finance, Online-Kredite

Bob Finance, Online-Kredite

Konsolidierung, Digitalisierung, Margenschwund: Den Trends, die derzeit das traditionelle Banking auf den Kopf stellen, können sich auch die Anbieter von Konsumkrediten nicht entziehen. Das wissen die Branchen-Akteure selber ganz genau, wie eine Umfrage der Beratungsunternehmen Roland Berger und Eurofinas in 21 europäischen Ländern zeigt – die Schweiz miteingeschlossen.

Laut der Studie «Future of European Consumer Finance» soll zwar das Geschäft mit Konsumkrediten weiter wachsen. So wird etwa auch in der Schweiz bis 2018 mit einer jährlichen Volumensteigerung von 5 bis 10 Prozent gerechnet. Allerdings stellen die Anbieter ebenso fest, dass ihre Renditen auf breiter Front zurückkommen – sowohl bei den klassischen Konsum- und Autokrediten wie auch dem Geschäft mit Kreditkarten.

Als ertragsträchtig werden höchsten neue Finanzierungs-Arten direkt an der Verkaufsstelle angesehen.

Angst vor Google & Co

Dieses Feld gilt es aber erst zu erobern. Die zunehmende Digitalisierung sorgt nämlich für wachsenden Wettbewerb seitens Internet-basierter Konkurrenten sowie branchenfremder Marktteilnehmer – und schafft so Handlungsbedarf für die traditionelle Finanzbranche, wie die Studie weiter feststellt.

Etablierte Akteure fürchten demnach die Konkurrenz von Online-Banken am meisten, gefolgt von digitalen Playern wie Paypal oder Google.

Ensprechend sehen sie die Digialisierung auch als wichtigsten Trend; es wird davon ausgegangen, dass bis 2018 die meisten Vertragsabschlüsse voll digitalisiert sind. Ende 2014 waren es noch 20 Prozent. Ebenso sollen die reinen Online-Abschlüsse deutlich zunehmen.

Tradiertes Gefüge

Trotz allem wird aber erwartet, dass sich das tradierte Branchen-Gefüge noch weitere drei Jahre überlebt. Die Umfrage-Teilnehmer sehen das Geschäft weiter durch Spezialisten dominiert, gefolgt von den Retailbanken und Autohändlern, die direkt Kredite vergeben (siehe Grafik unten).

Rberger Grafi 500

Von der einsetzenden Konsolidierung würden denn auch diese Marktteilnehmer am meisten profitieren, wie es weiter heisst.

Das belegen die Erfahrungen in der Schweiz, wo sich einige wenige etablierte Player wie die Cembra Money Bank, Credit Now (Credit Suisse), Cashgate (Regionalbanken) oder die Migros Bank den Kuchen aufteilen.

Allerdings zeigten die letzten Monate, dass auch hierzulande die Dinge in Bewegung geraten sind.

Valora-Tochter überholt UBS

Wie finews.ch berichtete, rechnet etwa Cembra mit rückläufigen Erträgen im Bereich Privatkredite im Jahr 2016. Dies nicht zuletzt, weil der Schweizer Bundesrat Ende 2015 beschlossen hat, den Höchstzinssatz für Konsumkredite auf 10 Prozent für Privatkredite und auf 12 Prozent für Kreditkartenüberzüge zu senken. Die entsprechende Anpassung tritt per 1. Juli 2016 in Kraft.

Ebenso drängen branchenfremde Anbieter mit Digitalisierungs-Strategien ins Geschäft.

Bekanntestes Beispiel ist Bob Finance, die Online-Konsumkredit-Tochter der Kioskbetreiberin Valora. Wie auch finews.ch berichtete, lancierte diese bereits diverse Produkte – teils auch ohne Bankpartner. In Sachen digitale Vertragsabschlüsse hat die Valora-Tochter gar Bankriesen wie die UBS überholt.

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NEWS GANZ KURZ

SNB

Nach einem verlustreichen Vorjahressemester wegen der Aufgabe des Euro-Mindestkurses erzielte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Halbjahr 2016 einen Gewinn von 21,3 Milliarden Franken. Die Zentralbank profitiert dabei vor allem von Wertzuwächsen im Devisen- und Goldportfolio.

Spar- und Leihkasse Bucheggberg

Die Solothurner Regionalbank hat im ersten Semester des laufenden Jahres den Halbjahresgewinn um 1,7 Prozent steigern können. Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsengeschäft, kletterte der Brutto-Erfolg im Vergleich zum Vorjahr dank höheren Volumen um 2,9 Prozent auf 3,7 Millionen Franken.

Banque Profil de Gestion

Die Genfer Privatbank hat im ersten Halbjahr 2016 wiederum einen kleinen Gewinn erzielt: Nach 100'000 Franken im Vorjahr waren es diesmal 30'000 Franken mehr. Operativ gab es ein Plus von 260'000 Franken nach einem Verlust ein Jahr davor. Vor allem das Zins- und das Handelsergebnis legten deutlich zu, derweil das Kommissionsergebnis stagnierte.

Thurgauer Kantonalbank

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat das US-Steuerprogramm abgeschlossen, ohne eine Zahlung leisten zu müssen. Die TKB war in der Kategorie 3 des Programms. Sie hat nun vom amerikanischen Justizdepartement (DoJ) einen Non-Target Letter erhalten, womit das Programm abgeschlossen ist.

Walliser Kantonalbank

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 sowohl ein leicht höheres operatives Ergebnis als auch etwas mehr Gewinn verzeichnet. Im wichtigen Zinsen-Geschäft stieg der Bruttoerfolg um 1,8 Prozent auf rund 80 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank weiterhin einen Gewinn auf der Höhe des Vorjahres.

VP Bank

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das «A–»-Rating für die VP Bank bestätigt und erhöht den Ausblick von «Negative» auf «Stable». Damit würden die operativen Fortschritte der VP Bank und die Bewirtschaftung der Risiken sowie die starke Kapitalausstattung und die erfolgreiche Integration der Centrum Bank berücksichtigt, hiess es.

Clientis Bank im Thal

Die Regionalbank hat den Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich um über 30 Prozent auf 385'000 Franken gesteigert. Dazu beigetragen hat das gute Zinsengeschäft mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 2,1 Millionen Franken.

Crealogix

Das Bankenberatungszentrum St. Gallen und Crealogix haben eine Partnerschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich beschlossen: Mit der Lösung «I know! Banking» bieten die beiden Unternehmen eine Cloud-Lösung mit digitalen Lerninhalten zu den wichtigsten Themen im Banking an.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

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