Tidjane Thiam: 2015 war ein richtig gutes Jahr

Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse

Tidjane Thiam verdiente 2015 für fünf Monate Arbeit als CEO beim britischen Versicherer Prudential 5 Millionen Pfund, das sind rund 7 Millionen Franken. Thiam erhielt ein Basissalär von 455'000 Pfund sowie einen Bonus von 704'000 Pfund, davon 422'000 in bar. Dazu kamen weitere 3,7 Millionen Pfund aus einem langfristigen Bonusplan. Dies geht aus dem veröffentlichten Geschäftsbericht von Prudential hervor.

Bei der Credit Suisse (CS) erhielt Thiam für gut sechs Monate Arbeit mit 4,6 Millionen Franken deutlich weniger als auf seinem früheren CEO-Posten. Doch Thiam hatte ja auch auf 40 Prozent des Bonus verzichtet.

Aufgeschoben ist die Zahlung von 14,6 Millionen Franken in Form von CS-Aktien. Die CS wies diese Zahlung als sogenannte «replacement award» aus – also als Zahlung, welche Thiam bei Prudential entgangen ist, weil er den Arbeitgeber wechselte.

Über 60 Millionen Franken in sechs Jahren

Unterm Strich war 2015 für den mittlerweile stark unter Beschuss geratenen CS-Chef ein äusserst lukratives Jahr: Es summierten sich Zahlungen in der Höhe von 26,2 Millionen Franken. Thiam verdiente während seiner sechs Jahre bei Prudential weit über 60 Millionen Franken – 17 Millionen Franken allein im Jahr 2014.

Der heutige CS-CEO verweist denn auch immer wieder auf seine Erfolge bei Prudential und darauf, dass sich während seiner Amtszeit beim Versicherer der Aktienpreis verdreifacht hat. Thiam trat sein Amt 2009 an, als die Prudential-Aktie auf einen absoluten Tiefpunkt gefallen war.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

In Grossbritannien ist der Vergütungsbericht von Prudential sehr kritisch aufgenommen worden. Für Unverständnis sorgt unter anderem, dass Thiam einen Bonus kassierte, obwohl er mitten im Geschäftsjahr seinen Arbeitgeber verliess.

Die Zahlungen an Thiam sind differenziert anzuschauen. Denn gewichtige Teile davon sind während Jahren gesperrt gewesen und sind es weiterhin. Diese Aufschubspraxis entspricht den Forderungen von Aktionärsrechtlern und Regulatoren.

Die effektive Höhe von Salär, Bonus und aufgeschobenen Zahlungen wirft Fragen auf. Stefan Stern, Direktor des britischen High Pay Centre, sagte zur Finanzplattform «This is Money»: «Den meisten Menschen müssen diese Zahlen unvorstellbar und unwirklich vorkommen. Aber für einen ganz kleinen Teil der Menschen sind sie Normalität. Ich glaube, das ist gefährlich.»

Verwaltungsräte verdienen auch Millionen

Diese Leute lebten auf einem anderen Planeten, fuhr Stern fort. «Das sind keine normalen Angestellten wie andere und das sind auch keine Unternehmer, die irgendwelche Risiken nehmen.»

Wenn die Höhe der Löhne und Boni für CEO von Finanzinstituten verstörend wirkt, müssen vor allem die Verwaltungsräte der entsprechenden Unternehmen kritisiert werden. Diese und die entsprechenden Vergütungsausschüsse legen die Löhne und Boni der Führungskräfte fest.

Bei der CS zählt aber auch Verwaltungsratspräsident Urs Rohner zu den Grossverdienern in der Bank. 2015 erhielt 3 Millionen Franken.

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