ZKB-Chef Martin Scholl stellt Wachstumsziele der Credit Suisse in Frage

Martin Scholl, CEO Zürcher Kantonalbank

Martin Scholl, CEO Zürcher Kantonalbank

Viele Schweizer Banken entdecken den Heimmarkt neu und verkündeten ambitiöse Wachstumsziele – allen voran die Credit Suisse. Das wiederum versetzt den CEO der grössten Schweizer Kantonalbank in Staunen.

Die zunehmende Regulierung zwingt die hiesigen Geldhäuser, sich auf wenige Schlüsselmärkte zu konzentrieren. Naturgemäss ist dies die Schweiz und ein EU-Land – meist Deutschland –, um den Zugang zum EU-Markt zu sichern.

Auch Credit-Suisse-Konzernchef Tidjane Thiam erklärte die Schweiz bereits im letzten Oktober zum Schlüsselmarkt. Hier will er in den nächsten zwei Jahren um 40 Prozent oder 700 Millionen Franken zulegen.

Unrealistische Wachstumsziele

«Über solche Businesspläne kann ich als Aussenstehender nur staunen», sagt Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB), im Interview mit der «Finanz & Wirtschaft» vom Mittwoch.

Wer innerhalb von zwei Jahren Ertragssteigerungen plane, wie wenn er Geschäfte in der Grössenordnung einer ZKB oder einer Raiffeisen übernehmen könnte, habe seine Hausaufgaben nicht gemacht, so Scholl weiter.

Ein realistisches Wachstum in der Schweiz bewegt sich laut dem Bankchef im Rahmen der Wirtschaftsentwicklung von 1 bis 2 Prozent. «Das erwarten wir auch für die ZKB», so Scholl.

ZKB bleibt Preiskampf fern

Einen längeren Preiskrieg auf Grund der Pläne der Konkurrenz erwartet er nicht. «Wettbewerber in schwierigen Situationen versuchen, punktuell über einen tieferen Preis Geschäfte zu machen. Das lässt sich nicht lange durchhalten», mahnt der Staats-Banker.

Die ZKB werde denn auch nicht auf einen Preiskampf eintreten: «Wir sind Qualitätsanbieter. Die Löhne können wir nur mit Ertrag zahlen, nicht mit Volumen», betont Scholl.

Dennoch rechnet er für die ZKB mit sinkenden Gewinnen. Es gebe einen gewissen Ertragsdruck und einen gewissen, teilweise regulatorisch bedingten Kostendruck.

Um weiter profitabel zu wachsen, will Scholl «auf möglichst vielen stabilen Beinen» stehen, und das tue die ZKB. Man habe das Geschäft in den letzten Jahren deutlich diversifiziert.

Konkret sei der Handel ausgebaut und das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft forciert worden. Das Ziel sei 55 Prozent Zinserfolg, 30 bis 35 Prozent Kommissions- und Dienstleistungserfolg und 10 bis 15 Prozent Handelsertrag. «Dem sind wir schon nahe gekommen», so der ZKB-Chef.

Hub in Österreich auf Kurs

Ein weiteres Standbein, das die ZKB in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut hat, ist das internationale Private-Banking-Geschäft. Derzeit verwaltet die ZKB in dieser Sparte rund sechs Milliarden Franken und ist profitabel. «Wir sind zuversichtlich, dass es in zwei, drei Jahren wieder auf 10 Milliarden Franken Vermögen angelangt sein wird. Das zeigt: Swiss Private Banking funktioniert», so Scholl weiter.

Zufrieden ist die ZKB auch mit den Niederlassungen in Wien und Salzburg. In den letzten Monaten hat die Kantonalbank an den Standorten zahlreiche Rekrutierungen vorgenommen, wie auch finews.ch verschiedentlich berichtete.

Mittlerweile beschäftig die ZKB in Österreich rund 80 Personen. «Wir werden im Verlauf dieses Jahres die Gewinnschwelle erreichen», so Scholl.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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