BSI: Aderlass in Asien

Suntec City in Singapur, Sitz von BSI in Asien

Suntec City in Singapur, Sitz von BSI in Asien

Hanspeter Brunner ist bei der BSI offenbar der Stein, der eine ganze Lawine ins Rollen bringt. Der in der Region einst als Banking-Superstar gefeierte Asien-Chef der Tessiner Privatbank ging mit einer knappen Ansage an sein Team Anfangs März in Rente – obschon er noch kurz zuvor ambitiöse Pläne gehegt hatte.

Wie sich nun zeigt, sind Brunner diverse Top-Kader in Singapur Richtung Ausgang gefolgt. Das berichtete die Agentur «Bloomberg». So bestätigte BSI gegenüber dem Nachrichten-Dienst den Abgang des operationellen Leiters (COO) in Asien, Gary Tucker. Dieser verlässt die Privatbank und kehrt mit seiner Familie nach Europa zurück.

COO und Compliance-Chef weg

Damit fehlt der BSI, die derzeit inmitten der Vorbereitungen zur Fusion mit der Zürcher Privatbank EFG International steckt, auf einmal einer der wichtigsten Männer für die Umsetzung in Asien.

Laut von der Agentur zitierten, anonymen Quellen ist Tucker nicht der einzige prominente Abgang in Singapur. Der Compliance-Chef sowie ein Geschäftsleitungsmitglied aus dem Bereich Vermögensverwaltung sollen das Institut ebenfalls verlassen haben. «Bloomberg» rückt die Abgänge jener Top-Kader in Zusammenhang mit der 1MDB-Affäre, welche die Bank in den letzten Wochen prominent in die Schlagzeilen gebracht hatte. Denn dieses Gremium entschied über die Aufnahme neuer Kunden.

Behörden in Malaysia, Singapur, Luxemburg und die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) untersuchen derzeit die Vorgänge rund um 1MDB. Die Vorwürfe von Korruption und Unterschlagung beim malaysischen Staatsfonds liegen in der Luft.

Von behördlichen Untersuchungen sind nicht nur die BSI, sondern auch die Zürcher Falcon Private Bank und neuerdings die Genfer Banque Edmond de Rothschild betroffen.

Streit zwischen den Besitzern?

Die Finanzaffäre in Asien könnte zudem einen Streit unter den Besitzern von BSI nach sich ziehen. Das noch-Mutterhaus, die brasilianische Bank BTG Pactual, will allfällige Kosten des 1MDB-Skandals nämlich dem einstigen Eigner der Tessiner Bank, dem italienischen Versicherer Generali, in Rechnung stellen. Dieser kündigte mit Verweis auf den Verkaufsvertrag an, sich gegen solche Forderungen abgesichert zu haben.

Die Besitzerin in spe der BSI, die Zürcher EFG, sieht derweil ihre Felle davonschwimmen. Wie auch finews.ch berichtete, hat sich der Vermögensabfluss bei den Tessinern aufgrund der vielen Unsicherheiten beschleunigt. Und nun mangelt es im wichtigen Wachstumsmarkt Asien plötzlich an Top-Entscheidern.

Das Fundament des als eine der «grössten Schweizer Privatbanken» angekündigten Fusionsprojekts EFG-BSI scheint damit zunehmend auf Sand gebaut.

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Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

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Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

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Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

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Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

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Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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