UBS will die Hedgefonds «entmystifizieren»

(Bild: Shutterstock)

Ursprünglich dienten Hedgefonds dazu, Investoren gegen gewisse Risiken zu schützen – daher der Name.  Doch spätestens seit der Finanzkrise sind die spekulativen Anlagevehikel in Verruf geraten. Seither gelten sie als zu riskant, zu teuer und viel zu illiquid.

Darum überrascht es, dass die UBS ihre Hedgefonds-Positionen in ihrem Musterdepot für private Franken-Anleger um zwei Prozentpunkte auf 20 Prozent erhöht hat, wie die «Neue Zürcher Zeitung (NZZ)» am vergangenen Freitag meldete (Artikel bezahlpflichtig).

Höchster Wert in der Branche

Unter den grössten Vermögensverwaltern des Landes liegt die UBS mit diesem Wert klar an der Spitze. Zum Vergleich: Bei der Genfer Privatbank Pictet beträgt der Anteil 17 Prozent, beim Lokalkonkurrenten Lombard Odier sowie bei der Grossbank Credit Suisse 13 beziehungsweise 12 Prozent. Bei Vontobel sind es sechs Prozent, derweil die Zürcher Kantonalbank, Julius Bär und J. Safra Sarasin gar keine Hedgefonds in ihren entsprechenden Portefeuilles aufweisen.

Mit Ausnahme der UBS haben alle erwähnten Banken ihre Hedgefonds-Position unverändert gelassen oder gar reduziert (Vontobel).

Anlageklasse schmackhaft machen

Eine Erklärung für die Haltung der grössten Schweizer Bank findet sich in einem Research-Papier für vermögende UBS-Kunden, das finews.ch vorliegt. Darin heisst es zunächst einmal, dass es sich die UBS zum Ziel gesetzt habe, Hedgefonds zu «entmystifizieren» – und so ihren Kunden schmackhaft zu machen.

Hedgefonds seien, so die Autoren weiter, gar nicht so risikoreich, teuer oder illiquid wie viele Investoren annehmen würden. Anleger hätten nicht selten eine «falsche Vorstellung» von Hedgefonds. Und so argumentiert die UBS:

Hedgefonds seien nicht zu risikoreich, weil...

  • das Risikomanagement sich in den letzten Jahren markant verbessert habe
  • Hedgefonds verschiedene Strategien mit unterschiedlichem Risikograd verfolgen würden
  • Hedgefonds bei negativen Märkten oftmals besser abschnitten als Aktien.

Hedgefonds seien nicht so teuer, weil...

  • sie in den vergangenen 17 Jahren nach Gebühren besser als ein Portfolio mit 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Obligationen rentieren würden
  • nicht alle Fondsmanager die Performance-Fee von bis zu 20 Prozent nicht in jedem Fall abziehe
  • die höheren Gebühren auch als Anreiz dienten, um die besten Talente an der Wall-Street
  • weil sie oftmals komplexer zu verwalten seien. 

Anleger brauchten die Illiquidität nicht zu fürchten, weil...

  • neue Hedgefonds nach UCITS den minimalen Liquiditätsanforderungen entsprächen
  • Illiquidität mit einer Extrarendite kompensiert werde
  • Hedgefonds der Diversifikation eines Portfolios dienten. 

Ein Blick auf die Performance der angepriesenen UBS-Hedgefonds – etwa beim O'Connor Global Multi-Strategy Alpha – zeigt im Zeitraum zwischen 2008 und 2016, dass die Verluste bei negativen Märkten im Vergleich zur Benchmark kleiner ausfielen. Allerdings schnitt der erwähnte Fonds bei guten Märkten teilweise sehr viel schlechter ab als andere Vehikel.

 

 

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