Selbst CS-Mitarbeiter hegen nun Zweifel an Tidjane Thiam

Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse

Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse

Der Konzernchef der Credit Suisse (CS) vernachlässige das Investmentbanking und würde es auch nicht verstehen, lautet der harte Vorwurf diverser Banker, darunter auch firmeneigene, wie das Nachrichtenportal «Bloomberg» am Montag berichtete. Selbst Investmentbanker, deren Jobs nicht auf der Kippe seien, beklagten die schlechte Stimmung im Hause. 

Die Schweizer Grossbank hat unlängst angekündigt insgesamt 6'000 Stellen zu streichen – 2'000 mehr als ursprünglich angedacht. Davon betroffen ist vor allem der Handel in Amerika und Europa.

Dougan fragte – Thiam zu wenig

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Brady Dougan scheint sich Thiam weniger mit Risiken im Handel auszukennen, sagte ein ehemaliger CS-Kadermann gegenüber «Bloomberg». Und anders als Dougan frage Thiam selten nach, wie es um die Risiken gewisser Papiere stehe.

Prompt sah sich der CS-Chef Anfang dieses Monats genötigt, auf illiquiden Kredit-Positionen insgesamt 1 Milliarde Dollar abzuschreiben. Thiam rechtfertigte sich damit, dass die besagten Positionen ausgebaut wurden, ohne die Vorgesetzten darüber zu informieren.

Doch ehemalige Angestellte bekunden grosse Mühe mit dieser Aussage. Denn wie es weiter heisst, Joachim Oechslin, Risikochef der CS, dem obersten Kader regelmässig Reports über Verlustrisiken der Handelspositionen zukommen lassen. Thiam hätte somit die Möglichkeit ghabt, sich darüber zu informieren.

Investoren verlieren die Geduld

In der Folge des milliardenhohen Abschreibers und den verhaltenen Ertragsaussichten im Investmentbanking verabschiedeten sich laut Bericht diverse Investoren aus den CS-Papieren – so auch Davide Marchesin, Fondsmanager beim Schweizer Vermögensverwalter GAM.

Die Kostensenkungen machten das Investmentbanking der CS nicht attraktiver; was fehle, sei die Basis für weiteres Umsatzwachstum, sagt Marchesin. Investmentbanking, so der Fondsmanager weiter, sei ein People-Business. Und wer Stellen streiche, der entferne auch die Muskeln und damit die Ertragskraft einer Gesellschaft.

CS-Aktie im Sturzflug

Als Thiam Anfang März als Nachfolger Dougans feststand, zog die CS-Aktie von 22 Franken auf rund 28 Franken an – das war im August. Seither hat sich die Aktie – auch in Folge einer Kapitalerhöhung – in etwa halbiert. Allein seit Jahresbeginn verlor der Titel über ein Drittel ihres Werts. Und vereinzelt befürchteten Investoren bereits, die Aktie könnte unter die 10-Franken-Marke tauchen.

Immerhin: Der US-Value-Investor Harris Associates stärkte vergangene Woche dem angeschlagenen CS-CEO den Rücken, wie auch finews.ch berichtete. Harris Associates besitzt 5,2 Prozent der CS-Aktien.

 

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Gottex

Der Hedgefondsanbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Das Unternehmen begründet die Verschiebung mit einem Verzug in den Verhandlungen um eine zweite Finanzierungstranche nach den Rekapitalisierungs-Massnahmen vom Sommer.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt. Die Zahlung erfolgte, weil die UBS ihre Broker nicht standesgemäss ausgebildet habe.

Avaloq

Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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