UBS und CS nehmen am Russland-Poker teil

Bild: Shutterstock

Die beiden Schweizer Grossbanken hoffen auf gute Geschäfte bei der Privatisierung russischer Staatsfirmen. Allerdings begeben sich die UBS und die Credit Suisse in ein Spiel mit vielen Unbekannten.

Die UBS und die Credit Suisse (CS) haben beim russischen Wirtschaftsministerium ihre Teilnahme am russischen Privatisierungsprogramm zugesichert. Dies berichtete die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» am Montag mit Verweis auf eine Meldung in der russischen Zeitung «RBK».

Mit dabei sind laut dem Bericht auch die österreichische Raiffeisen Bank International, die amerikanische Citigroup und die italienische Unicredit. Gegenüber «Le Temps» nahmen die beiden Schweizer Finanzinstitute in dieser Sache keine Stellung.

Vier Unternehmen auf der Liste

Die Rufe nach Teilprivatisierungen russischer Staatskonzerne wurden zuletzt wieder lauter vor dem Hintergrund, dass die russische Wirtschaft nun das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt.

Das russische Wirtschaftsministerium hat denn auch vorgeschlagen, Teile der Erdölkonzerne Rosneft (19 Prozent des Kapitals) und Bashneft (51 Prozent) sowie des Diamantenförderers Alorsa (10 bis 20 Prozent) und der Grossbank VTB (11 Prozent) in private Hände zu legen.

Doch noch steckt der Prozess in der Anfangsphase. Zudem sei der Privatisierungsprozess alles andere als transparent und gewisse Schlüsselpersonen seien versucht, die Sache nur gegen «Kommissionen» ins Rollen zu bringen, mahnt Andrej Movchan, Ökonom beim Centre Carnegie im Moskau, hiess es weiter. 

Vieles hängt am Ölpreis

Wie schnell die Entstaatlichung voranschreitet, hängt laut Bericht auch mit dem Ölpreis zusammen. Derzeit notiert das Barrel Rohöl bei rund 43 Dollar. Klettert der Preis auf gegen 60 Dollar würde die Regierung die angekündigten Privatisierungen nochmals überdenken, meint Movchan.

Bereits 2009 stoppte die Regierung ein Entstaatlichungs-Programm nachdem sich der Ölpreis nach einer Baisse rasch erholte. Dies zeigt, wie abhängig der russische Staat von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft ist.

Timing auf Russisch

Der Präsident des grössten russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, sieht laut dem Bericht erst dann eine Chance für Privatisierungen, wenn der Preis pro Barrel auf 100 Dollar ansteigt. Denn je höher der Ölpreis sei, desto mehr lasse sich für die Privatisierungen lösen, so sein Kalkül.

Setschin ist Vize-Ministerpräsident der Regierung der Russischen Föderation und gilt als einger Vertrauter Putins.

Unter diesen Vorzeichen ist es derzeit wohl eher unwahrscheinlich, dass die UBS oder die Credit Suisse die russische Regierung in absehbarer Zeit bei der Privatisierung von Staatsfirmen beraten darf.

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Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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