Briten erteilen golfenden Fondsmanagern «Platzsperre»

Bild: Shutterstock

Einladungen zu exquisiten Golfturnieren mit ausladenden Buffets sind der britischen Finanzaufsicht (FCA) ein Dorn im Auge. Deshalb hat sie vor kurzem die Fondsmanager gerüffelt, dies in Zukunft zu unterlassen, wie die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) am Dienstag berichtete.

Die Warnung stützt sich auf den jüngsten Report der FCA, wonach Asset-Management- oder eben Fonds-Gesellschaften unangemessen viel Geld für Kunden-Events ausgeben würden. Solche Anlässe, monierte die FCA weiter, würden die Servicequalität nicht erhöhen. Zudem sei es nicht notwendig, Kundengespräche auf dem Golfplatz abzuhalten.

Widerstand aus der Branche

Fondsmanager hingegen betrachten solche Unterhaltungs-Programme als zentral, um neue Geschäfte an Land zu ziehen.

Justin Urquhart Stewart, CEO des britischen Asset Managers Seven Investment Management, reagierte auf den Warnruf der FCA sarkastisch: «Bald werden wir Golftage ohne Bälle haben, Angel-Events in der Turnhalle und Formel-1-Anlässe vor dem TV im Büro veranstalten.»

Mehr Zeit mit Kunden zu verbringen, vertiefe die Kundenbeziehung und davon würde der Kunde letztlich profitieren, wehrte sich ein weiterer Vertreter der Finanzindustrie gegenüber der «Financial Times».

Schützenhilfe bekommen die golfenden Fondsmanager auch von einem Akademiker-Duo aus Singapur. So sollen Fondsmanager, die Golf spielen, bessere Renditen erzielen, lautete ihr Fazit. Die Studie ist allerdings nicht über jeden Zweifel erhaben, wie auch finews.ch berichtete.

Unterhaltungs-Programm bereits verschlankt

Die FCA hat vor zwei Jahren relativ strenge Regeln erlassen, wonach es Asset Managern untersagt ist, Events zu veranstalten, die rein der Kundenakquise dienen. Damit will man gleich lange Spiesse für alle Asset Manager schaffen.

Nach Dan Mannix, CEO von RWC – eine Tochtergesellschaft von Schroders – hat die Branche ihr Entertaining-Programm denn auch deutlich zurückgefahren. Gleichzeitig räumte er gegenüber dem Finanzblatt ein, dass die Branche noch Standards finden müsse.

Kostendruck wird es richten

Die kontrovers geführte Debatte darüber, welche Events noch regelkonform sind und welche nicht, erstaunt angesichts des Trends hin zu mehr Kostentransparenz und des Margendrucks in der Finanzbranche. 

Der CEO der Investmentboutique Equitile, Andrew McNally, ist laut Bericht denn auch überzeugt, dass solche Wine-and-Dine-Veranstaltungen mit der Zeit ohnehin abnehmen werden. 

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Gottex

Der Hedgefondsanbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Das Unternehmen begründet die Verschiebung mit einem Verzug in den Verhandlungen um eine zweite Finanzierungstranche nach den Rekapitalisierungs-Massnahmen vom Sommer.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt. Die Zahlung erfolgte, weil die UBS ihre Broker nicht standesgemäss ausgebildet habe.

Avaloq

Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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