Goldman Sachs bedient jetzt schon für 1 Dollar

Bild: Shutterstock

Nur die Superreichen waren der amerikanischen Grossbank lange Zeit gut genug. Nun betreut sie auch Kleinstkunden. Dieser Wandel lässt tief blicken.

Goldman Sachs ist seit ihrer Gründung vor knapp 150 Jahren eine beliebte Adresse unter Superreichen und Mächtigen dieser Welt. Umso überraschender kommt deshalb der jüngste Schritt der amerikanischen Grossbank.

Denn neuerdings öffnet sich das Traditionsinstitut der breiten Masse und bietet Sparkonti mit einer Mindesteinlage von bloss 1 Dollar. Dies berichtete die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) am Wochenende.

Mit Lockangeboten auf Kundenfang

Letzte Woche gründeten die Goldmänner eine Retailbank namens GSBank.com. Den Grundstein für die neue Geschäftssparte legte die Übernahme der Online-Bank-Sparte von GE Capital durch Goldman Sachs letztes Jahr. Damals wurden über 145'000 Kunden mit Vermögen von 16 Milliarden Dollar transferiert.

Um weitere Kundenvermögen anzulocken, zahlt die amerikanische Grossbank auf Sparkonti einen vergleichsweise hohen Zins von 1,05 Prozent. Andere Sparprodukte versprechen eine Rendite von gegen 2 Prozent. 

Mittlerweile hat die Bank verwaltete Vermögen auf insgesamt 98 Milliarden Dollar angezogen. Dies sind 15 Milliarden Dollar mehr als noch ein Jahr zuvor.

Ertragsbasis verbreitern 

Die eingeschlagene Retail-Strategie von Goldman Sachs ist auch eine Antwort auf die Anforderungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel Committee), wie die «Financial Times» weiter schrieb. Dieser fordert von den Grossbanken, ihre Aktivitäten verstärkt mittels Spareinlagen zu finanzieren, anstatt über kurzfristige Anleihen und Kredite.

Zudem sieht sich die Bank nach dem enttäuschenden Erstquartals-Bericht gezwungen, die Ertragsbasis zu verbreitern. Die Börsenturbulenzen hatten der führenden US-Investmentbank in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Gewinneinbruch um gut 56 Prozent eingebrockt. 

Guter Schachzug

Laut Jeffery Harte, Analyst beim US-Broker Sandler O’Neill, ist der Vorstoss von Goldman Sachs ins Retailbanking ein guter Schachzug. Die Handelsverluste liessen sich dennoch nicht kompensieren, warnte er.

Neben Goldman Sachs nimmt sich auch die UBS der «ärmeren» Klientel an. So bietet sie – vorerst in Taiwan –  ein «Offering» für Kunden mit investierbaren Mitteln ab umgerechnet 250'000 Dollar an, wie auch finews.ch kürzlich berichtete.

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NEWS GANZ KURZ

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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