Avaloq-CEO Francisco Fernandez stichelt gegen die Rivalen

Francisco Fernandez, CEO Avaloq

Francisco Fernandez, CEO Avaloq

Als EFG International die Tessiner Privatbank BSI übernommen hatte, standen die beiden Kernbanken-Lösungen Temenos und Avaloq auf dem Prüfstand. Die beiden Banken entschieden sich dann für Temenos, da das Unternehmen bereits beim Mutterhaus EFG im Einsatz war.

Eine Enttäuschung für Francisco Fernandez, Gründer und CEO von Avaloq. «Wir haben BSI als sehr zufriedenen Kunden wahrgenommen», sagt er im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» (Artikel bezahlpflichtig).

Seitenhieb gegen Temenos

Gerade hinsichtlich des Kosten-Ertrags-Verhältnisses stünde die BSI im Vergleich zur EFG gut da. «Ich hoffe, dass sie sich umentscheiden und wir die neue Bank in Zukunft zu unseren Kunden zählen können», gibt sich Fernandez nach wie vor optimistisch.

Ein definitiver Entscheid gegen Avaloq mache es schwierig, die angestrebten Synergien zu realisieren, «besonders weil die gewählte Plattform nicht auf dem neuesten Stand ist», erklärt der 53-jährige Unternehmer weiter.

Im Raum steht zudem eine Schadenersatz-Forderung von 90 Millionen Franken gegen den Avaloq-Kunden BSI. Doch im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» wollte Fernandez dazu nichts sagen.

Den Kürzeren gezogen

EFG/BSI ist bereits ein weiterer Grossauftrag, den Avaloq an den Konkurrenten Temenos verliert. Im vergangenen Sommer gab die Bank Julius Bär Temenos den Auftrag, ihre veraltete IT von Grund auf zu erneuern, wie auch finews.ch berichtete.

Auch bei der Anfangs 2015 erfolgten Übernahme der Privatbank Coutts International durch die Genfer UBP zog Avaloq den Kürzeren – die Coutts-Operationen wechselten auf die IT-Lösung der Käuferin UBP.

«Wir sind im Plan»

Fernandez’ Fokus liegt derzeit denn auch voll auf dem Joint-Venture Arizon, das in Kooperation mit Raiffeisen Schweiz läuft. Wie finews.ch schon im April feststellte, verdichten sich die Anzeichenb, dass sich die geplante IT-Plattform für die Genossenschaftsbank verspäten könnte.

Davon könne keine Rede sein, sagt Fernandez: «Wir sind im Plan.» Zwar sei es normal, dass es bei einem Grossprojekt auch Diskussionen gebe. Der Zeitplan sei aber nicht gefährdet. «Ende 2017 werden alle Raiffeisen-Banken in vollem Umfang auf der Arizon-Lösung laufen», versichert Fernandez.

Börsengang in Reichweite

Während Avaloq hierzulande einigen Gegenwind verspürt, läuft es in Übersee offenbar rund. So zählen zu den neuen Kunden des Zürcher Software-Unternehmens unter anderem die chinesische CITIC Bank International sowie die beiden in Australien beheimateten Firmen Crestone und BT Financial Group.

Und wie finews.ch exklusiv vermeldete, betreibt auch die malaysische Maybank nun eine Software-Plattform von Avaloq.

Damit rückt Fernandez' grosses Ziel der Umsatzmilliarde in Reichweite, um so auch kapitalmarkttauglich respektive für einen Börsengang bereit zu sein. «Wir wollen in spätestens zwei Jahren die Option haben, entweder an die Börse zu gehen oder eine Anleihe zu begeben – oder beides. Auch einen weiteren strategischen Investor an Bord zu nehmen, wäre eine Möglichkeit», sagt Fernandez.

Vor dem Sprung in die USA

Zugleich plant er die nächsten Expansionsschritte. In den nächsten Jahren soll der Sprung in die USA gelingen. «Wir haben dort konkrete Verträge mit Banken, die Avaloq-Lösungen einsetzen wollen. Man muss für den Eintritt in diesen Markt sehr gut vorbereitet sein», erklärt Fernandez. 

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