Berenberg Schweiz: Die Privatbank, die noch Personal einstellt

Peter Raskin, CEO Berenberg Schweiz

Peter Raskin, CEO Berenberg Schweiz

Die Schweizer Niederlassung der deutschen Berenberg Bank hat vergangenes Jahr hierzulande Stellen geschaffen – weitere Anstellungen sind geplant, wie finews.ch weiss. Das ist noch nicht alles.

Während andere Auslandsbanken in der Schweiz eher Personal abbauen, stellt die in Zürich und Genf ansässige Berenberg Bank laufend neue Mitarbeiter ein. So erhöhte sich der Personalbestand 2015 um fast 10 Prozent auf 93 Personen (teilzeitbereinigt), wie aus dem kürzlich publizierten Geschäftsbericht hervorging.

Das Mitarbeiterwachstum erfolgte aufgrund im Compliance-nahen Bereichen, aber aufgrund des Wachstums der Bank auch in der Private-Banking-Beratung und im Investment Advisory, hiess es weiter. 

Bald 100 Mitarbeiter in der Schweiz?

Und dabei soll es nicht bleiben. «Weiteres Wachstum ist für 2016 geplant, insbesondere in der Beratung. Wir können uns vorstellen, dass wir die Schwelle von 100 Mitarbeitern Ende 2016 überschreiten werden», wie Berenberg auf Anfrage von finews.ch ausrichten liess.

Bereits vor zwei Jahren vergrösserte sich der Personalstock in der von CEO Peter Raskin geführten Schweizer Bank um 7 Prozent.

Dabei gelang es der Bank, mit Manfred Schlumberger einen Spitzenmann an Bord zu lotsen. Er ist seit Anfang Jahr neuer Investmentchef der Privatbank und ersetzte dort Stefan Keitel.

Plus beim Reingewinn und den verwalteten Vermögen

Die Bank, welche letztes Jahr in Hamburg ihr 425-jähriges Bestehen feierte – mit dem britischen Musiker und Entertainer Robbie Williams als Stimmungsmacher – erzielte 2015 einen Reingewinn für die Schweizer Einheit von 6,4 Millionen Franken. Der Gewinn liegt mit 25 Prozent deutlich über dem um einen einmaligen Effekt bereinigten Vorjahreswert.

Gesteigert werden konnten auch die verwalteten Vermögen (inklusive Custody-Vermögen) um gut 1 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken, wie es hiess. Und dies trotz Abflüsse von 500 Millionen Franken an Custody-Vermögen. Insgesamt flossen der Bank in der Schweiz Neugelder von 730 Millionen Franken zu.

Die Berenberg Bank hat ihr Private Banking vor zwei Jahren reorganisiert. Anstatt der Segmentierung der Kunden nach der Vermögensgrösse wurde die Vermögensverwaltung in sieben überregionale Kompetenzzentren aufgeteilt, die jeweils auf definierte Kundengruppen ausgerichtet sind, wie auch finews.ch berichtete.

Veränderungen als Chance

Gestärkt wurde auch die Kapitalisierung. Die Kernkapital-Quote beträgt neu 19,22 Prozent, nach 15,97 Prozent im Jahr 2014. Der Wert liegt damit deutlich über dem gefordertem Mindestwert der Finanzmarktaufsicht Finma bei 10,5 Prozent. Die Leverage-Ratio belief sich auf 4,2 Prozent.

Hinsichtlich des Ausblicks gibt sich die Berenberg Bank Schweiz laut Geschäftsbericht «verhalten optimistisch».

Einige Marktteilnehmer würden sich, belastet durch regulatorische Initiativen, aus der Vermögensverwaltung zurückziehen oder sich sogar ganz aus den Berenberg-Zielmärkten verabschieden, hiess es weiter. Die Traditionsbank sieht sich diesbezüglich «bestens positioniert, um von diesen Veränderungen zu profitieren.»

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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