Was Prinz Charles und Tidjane Thiam gemeinsam haben

Prinz Charles, Bild Flickr.com

Prinz Charles, Bild Flickr.com

Der britische Kronprinz und der Ivorer an der Spitze der Credit Suisse könnten auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein. Doch in einem Punkt denken Prinz Charles und Tidjane Thiam ganz ähnlich.

Der eine trägt den Hosenband-Orden, der andere ist Mitglied der französischen Ehrenlegion. Der eine ist Erbe eines der letzten Königshäuser Europas – der andere steht als Chef der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) ebenfalls im Zeichen einer grossen Tradition.

Dennoch liegt die wirkliche Gemeinsamkeit von Prinz Charles und Tidjane Thiam (Bild unten) an einem ganz anderen Ort: nämlich, wie sie über erfolgreiche Finanzgeschäfte denken. Insbesondere bekennen sich beiden zum so genannten «Longterm-ism», also der Anlage und der Geschäftsführung auf lange Sicht.

So bläute der Prince of Wales kürzlich vom Podium herab den britischen Asset Managern und Investoren ein, die Langfristziele im Augen zu behalten, statt auf kurzfristige Rendite zu spekulieren. Nur so könnten die Bedürfnisse von Sparern und Rentnern erfüllt werden, wie die britische Zeitung «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) vom Anlass berichtete.

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Ermahnung und Mantra

Zudem, und diese Ermahnung ist bei dem adligen Bio-Bauer Programm, müsse die Industrie vermehrt auf Nachhaltigkeit achten. Das sei leider noch nicht allen Teilnehmern der Branche klar, stellte der Prinz ernüchtert fest.

Zumindest an den Worten von CS-CEO Thiam dürfte der Kronprinz deshalb seine helle Freude haben. Der Longterm-ism ist sozusagen das Mantra des Top-Bankers, wie sich zuletzt an einer Nachhaltigkeits-Tagung vom letzten März in Genf beobachten liess.

Nicht gerade beliebt

Vor dem Geneva Summit on Sustainable Finance stellte Thiam damals fest, dass Nachhaltigkeit damit beginne, wie Firmen ihre eigene Strategie umsetzten. Es gehe darum, langfristig stabile Erträge zu erwirtschaften, statt sich vom «hartnäckigen Kurzfrist-Denken» ablenken zu lassen – die gleiche Denke also wie beim britischen König in spe.

Mit etwas Bitterkeit sprach Thiam damals auch davon, dass mit Langfrist-Denken kein Beliebtheits-Wettbewerb zu gewinnen sei. «Ich weiss, wovon ich rede», fügte der Grossbankenchef an.

An den Windsors ein Beispiel nehmen

Tatsächlich erlitt die CS nach dem Milliardenverlust von 2015 in den ersten drei Monaten dieses Jahres erneut Einbussen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Verdoppelung des Vorsteuergewinns, die Thiam bis 2018 in Aussicht stellte, immer ambitiöser. Zumal ja auch die Kapitalisierung und die Compliance noch die volle Aufmerksamkeit des CS-Chefs verlangen.

Am Beispiel von Prinz Charles und den britischen Royals kann Thiam zumindest Vertrauen schöpfen, wenn die Kritik gegen seine Strategie wieder mal hochschlägt. Immerhin sitzen die Windsors nun schon seit mehr als 100 Jahren auf dem britischen Thron.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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