Ostschweizer Softwareunternehmer will die Banken-Digitalisierung vorantreiben

Claudio Hintermann, CEO und Mitgründer von Abacus Research

Ein Ostschweizer Softwareunternehmen will der Schweiz und vor allem den Banken zu einem Digitalisierungssprung verhelfen. Eine Grossbank hat bereits angebissen.

Rückständig und ineffizient, so sieht Claudio Hintermann, CEO und Mitgründer des St. Galler Softwareunternehmens Abacus die digitale Schweiz – insbesondere in Bezug auf Fakturierungs- und Buchhaltungsprozesse. Abacus einer der führenden Schweizer Anbieter von Betriebssoftware für KMU.

Am Mittwoch präsentierte Hintermann vor den Medien in Zürich zwei Neuerungen, welche zumindest den Rückstand der Schweiz im Vergleich zu den meisten anderen Ländern wettmachen und für Banken wie KMU enorme Erleichterungen bringen sollen.

Standards einführen

Beide Neuerungen haben etwas gemein: Sie zielen darauf ab, in Europa bereits vorhandene Standards für Daten- und Informationsaustausch auch in der Schweiz zu etablieren.

Eine hat das Ziel, eine Schweizer Plattform für das kostenlose Erstellen und Verschicken von E-Rechnungen aufzubauen. Das klingt lapidar, ist aber ohne die Kooperation von Banken nicht zu erreichen.

Denn bislang ist in der Schweiz kein Standard für das Versenden von strukturierten Daten wie in einer Rechnung etabliert. Sprich: Nach wie vor geschieht ein grosser Teil einer Fakturierung «händisch», was ineffizient ist und anfällig auf Fehler.

Kreislauf wird vollautomatisiert

Abacus setzt nun auf ein etabliertes deutsche Format, es hat den Namen ZUGFeRD, damit ein- und ausgehende Zahlungen vollautomatisiert verarbeitet werden können. Die Lösung schliesst Treuhänder mit ein, sodass der Kreislauf Lieferant-Bank-Kunde-Treuhänder im Fakturierungs- und Buchhaltungsprozess digital erschlossen wird.

Als erste Bank hat die Raiffeisen Gruppe angebissen, wie die Genossenschaftsbank am Mittwoch separat mitteilte. Raiffeisen ermöglicht die Verbindung der neuen digitalen Rechnungslösung namens Abapay mit dem hauseigenen E-Banking.

Damit entfalle das doppelte Erfassen von Rechnungen in der Buchhaltungssoftware und im E-Banking. Eingeführt werde die Entwicklung voraussichtlich im kommenden vierten Quartal. Abacus befindet sich mit weiteren Banken im Gespräch.

Erhebliche Kosteneinsparungen

Die zweite Neuerung ist in der nächsten Version der Finanzsoftware von Abacus enthalten: Sie enthält eine Funktion, welche die elektronische Erfassung von Bilanzen und Erfolgsrechnungen ermöglicht.

Das ist keine Innovation, sondern bloss der neue Anlauf, einen bereits vorhandenen Standard auch in der Schweiz zu etablieren. Dabei handelt es sich um das Datenformat XBRL. Der Vorteil der Nutzung dieses Formats ist augenscheinlich: Der Austausch von Finanzinformationen zwischen KMU, Banken und Treuhändern kann tatsächlich papierlos stattfinden.

Buchprüfer wollen mitmachen

Das ist heute nicht der Fall: Banken erfassen Daten für eine Bonitätsprüfung noch immer manuell. Die Kosten dafür belaufen sich laut Abacus-CEO Hintermann je nach Komplexität und Grösse des Unternehmens und Kreditgesuchs auf 400 bis 6'000 Franken.

Mit der sogenannten E-Bilanz erfolgt die Datenerfassung automatisch, was augenscheinlich erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringen würde. Laut Abacus haben die drei grossen Buchprüfungs- und Treuhandunternehmen BDO, OBT und PWC Bereitschaft signalisiert, den Banken E-Bilanzen elektronisch zur Verfügung zu stellen, sofern die Kunden damit einverstanden sind.

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Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

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Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

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Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

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Die Eidgenössische Finanzmarkt-Aufsicht Finma nimmt ihre digitale Zustellplattform in Betrieb. Diese ermöglicht es den Beaufsichtigten und Prüfgesellschaften, Jahresberichte und weitere Dokumente elektronisch einzureichen. Mit SuisseID lassen sich die Dokumente zudem elektronisch signieren.

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