Private Banking: Anschnallen für den beschleunigten Wandel

Anschnallen!

Waren die vergangenen Jahre für das Schweizer Private Banking von Umwälzungen geprägt, wird die nächste Dekade für die Branche noch herausfordernder, wie es im Capgemini-Wealth-Report heisst.

Das Beratungsunternehmen hat seinen inzwischen zwanzigsten «World Wealth Report» veröffentlicht. Der Bericht, der inzwischen auch spezifisch die weltweit grössten Private-Banking-Märkte USA und Asien-Pazifik beleuchtet, ist eine willkommene Informationsquelle für Private Banker.

Er beleuchtet jährlich die Entwicklungen im Markt der vermögenden bis superreichen Privatkunden, macht Wachstumsprognosen und gibt Empfehlungen an die Branche, wie sich sich auf Trends einstellen können.

USA überholt

So bestätigt der diesjährige Report, dass die Region Asien-Pazifik die USA bezüglich Höhe der Privatvermögen überholt hat. Die Prognose von Capgemini ist damit eingetroffen – wenn auch zwei Jahre später als vorhergesagt; das Beratungsunternehmen hatte 2009 die Voraussage getroffen, dass die HNWI-Population in Asien-Pazifik bereits 2013 jene der USA überholt haben wird.

Mit den Prognosen ist das so eine Sache; Capgemini nennt selbstkritisch, wo die Berater falsch lagen, unpräzise waren oder grosse Trends schon gar nicht haben kommen sehen.

Regulierungswelle zu spät kommen sehen

Die Auswirkungen der Finanzkrise seien zum Beispiel unterschätzt worden, hiess es. In ihrem 2013-Report ging Capgemini dann auf die globalen Regulierungsverschärfungen ein und die daraus entspringenden Herausforderungen – reichlich spät, war dieser Trend doch eine direkte Folge der Finanzkrise.

Auch das Auslaufen des Offshore-Banking-Modells mit internationaler Kundschaft und den gerade für Schweizer Privatbanken schmerzhaften Kampf gegen Steuerflüchtlinge hatte Capgemini so nicht vorausgesehen.

Disruptionen stehen an

Doch auch in diesem Report nennen die Berater wiederum vier Felder, welche das globale Wealth Management verändern werden. Dem geht eine Warnung voraus: Im Verlaufe des kommenden Jahrzehnts werde sich der laufende Wandel der Branche weiter beschleunigen; Disruptionen stünden an.

Wealth Manager müssten sich in vier Bereichen auf mögliche Disruptionen gefasst machen: Kunden, Regulierung, Digitalisierung und Geschäftsmodelle.

Und so sehen diese gemäss Capgemini aus:

1. Kunden

Während die HWNI-Bevölkerung weiter anwächst, werden die Banken deren Vermögen in anhaltend volatilen Märkten investieren müssen. Renditeziele zu setzen und einzuhalten, wird in diesen Verhältnissen schwierig sein. Kunden sind zunehmend informierter über Anlagethemen und Konkurrenzangebote und entsprechend gegenüber ihren Banken fordernder.

Die Banken dürften hingegen aufgrund steigender Kosten und Regulierung Schwierigkeiten bekunden, ihre Service-Levels weiter zu verbessern, zumal Konkurrenz von digitalen und deutlich günstigeren Wealth Managern aufkommt.

2. Regulierung

Während Regulierungen zunächst umgesetzt und wohl nicht noch weiter verschärft werden, bleiben sie ein Risiko. Insbesondere neue Marktteilnehmer im Bereich Robo-Advisor stehen nun verstärkt im Fokus der Regulatoren. Marktverwerfungen oder gar Krisen werden erneute Rufe nach noch stärkeren Regulierungen wecken.

Der Druck aus politischen und gesellschaftlichen Kreisen auf das internationale Private Banking, Offshore-Finanzplätze und Steuervermeidungspraktiken wird anhalten. Capgemini spricht von einem «War on Wealth».

3. Digitalisierung

Dass in den kommenden Jahren eine Technologie die Wertschöpfungskette der Banken effektiv aufbricht, ist hochwahrscheinlich. Wealth Manager tun gut daran, selber sogenannte Innovation Hubs zu betreiben, um der Fintech-Konkurrenz gewachsen zu bleiben.

Outsourcing, Big Data und IT-Sicherheit sind weitere Gebiete, mit denen sich Wealth Manager verstärkt beschäftigen müssen.

4. Geschäftsmodelle

Wealth Manager sind gezwungen, auf die sinkenden Margen und Negativzinsen mit Anpassungen beim Geschäftsmodell zu reagieren. Das klassische Broker-Modell hat ausgedient.

Differenzierung oder Kooperationen stehen zur Wahl, um die härtere Konkurrenz zu meistern. Kundenberater sind angesichts des Umfeldes und der anspruchsvolleren Kundschaft besonders gefordert; gute Leute werden Mangelware.

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Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

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Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

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