Financier Raymond J. Bär steigt ins Formel-1-Geschäft ein

Raymond J. Bär

Raymond J. Bär (Bild: Keystone)

Eine Investorengruppe übernimmt den Formel-1-Rennstall Sauber; dahinter steckt unter anderem Julius-Bär-Ehrenpräsident Raymond J. Bär, dessen Bank die umweltfreundliche Formula E unterstützt.

Der in wirtschaftlichen Nöten befindliche Sauber-Rennstall fährt in den Besitz der Schweizer Investmentgesellschaft Longbow Finance mit Domizil in Lutry im Kanton Waadt, wie am Mittwoch einer Mitteilung zu entnehmen war.

Die Firma Longbow Finance wurde gemäss eigenen Angaben als Aktiengesellschaft in der Schweiz gegründet und ist seit mehr als 20 Jahren im Finanz-Investment tätig.

Peter Sauber scheidet komplett aus

Die entsprechenden Kaufverträge wurden in diesen Tagen unterzeichnet, wie weiter zu vernehmen war. Die neuen Besitzer übernehmen die Anteile von Peter Sauber (zwei Drittel) und auch von Teamchefin Monisha Kaltenborn (ein Drittel).

Kaltenborn wird Mitglied im neuen Verwaltungsrat und behält ihr Amt als Teamchefin und CEO. Peter Sauber wird hingegen komplett ausscheiden und sein Büro in Hinwil räumen, wie es weiter heisst.

Pikantes Detail

Im Verwaltungsrat der Longbow Finance sitzt Raymond J. Bär, der frühere Bankier und heutige Ehrenpräsident der Zürcher Julius-Bär-Gruppe, die sich ihrerseits seit einigen Jahren in der Formula E engagiert. Dabei handelt es sich um eine Rennserie für Formelwagen mit Elektromotor.

Hinter Longbow steht der Verpackungskonzern Tetra Laval (Tetra Pak). Dieser gehört der schwedischen Familie Rausing. Tetra Laval sponsert auch den Sauber-Fahrer Marcus Ericsson. Wie das Motorsport-Portal «Speedweek» berichtet, steht allerdings nicht die Familie Rausing für Tetra Pak hinter Longbow und Sauber, sondern CEO Dennis Jönsson. Er gelte als grosser Rennfan.

Wenig Glück

Investments in den Automobilsektor brachten Longbow bislang aber kein Glück, wie die Gratiszeitung «Blick am Abend» berichtet. Vor neun Jahren gewährte Longbow-Financier Lorenzo Schmid einen Kredit über 20 Millionen Franken. Er wollte mit dem «Mindset» einen E-Sportwagen entwickeln. Der Schweizer Tesla hob aber nie ab. Im Jahr 2012 war Mindset pleite.

 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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