Julius Bär: Asien als «Testhub» für die neue IT

Finanzdistrikt von Singapur (Bild: shutterstock)

Finanzdistrikt von Singapur (Bild: shutterstock)

Die Übernahme der Commerzbank in Luxemburg durch Julius Bär vor wenigen Monaten schien unspektakulär. Doch der Deal ist zentral für die Erneuerung der antiquierten IT der Zürcher Privatbank.

Vor drei Wochen hat Julius Bär die Integration der Ende 2015 übernommenen Commerzbank International Luxembourg abgeschlossen. Die erworbenen Kundengelder spielten dabei eine untergeordnete Rolle. Vielmehr hatte es die Zürcher Privatbank auf die IT des Instituts abgesehen.

Denn die Commerzbank International Luxembourg arbeitet mit dem Kernbankensystem von Temenos, namens «T24». Und wie im vergangenen Jahr auch von finews.ch berichtet, hat Julius Bär Temenos als Partner für die Planung der Erneuerung ihrer Banking-Plattform ausgewählt.

Zuerst Asien... 

Nun beginnt Julius Bär das alte IT-System schrittweise durch die Temenos-Plattform zu ersetzen – angefangen in Asien. Ab dem kommenden Jahr werden die Standorte in Hongkong und Singapur mit dem neuen System ausgestattet. Dies ging aus der Präsentation der Halbjahreszahlen am Montag hervor.

Damit konkretisieren sich die Pläne von Julius-Bär-CEO Boris Collardi, Singapur auf Basis der neuen IT-Struktur zu einem globalen Zentrum für verschiedene operative Bereiche zu machen, wie auch finews.ch schon berichtete.

Gleichzeitig liefern Drittanbieter weitere Applikationen und Komponenten. Ein solcher ist das Singapurer Fintech-Unternehmen AG Delta.

...dann Europa

Danach ist Europa an der Reihe. Dabei spielt der Standort im Grossherzogtum eine zentrale Rolle. Denn ausgehend von Luxemburg werden die europäischen Standorte sukzessive auf die neue Plattform migriert. Die Anpassung in der Schweiz erfolgt dem Vernehmen nach allerdings nicht vor 2018.

Eine hektische Zeit bricht nun auch für die rund 30 IT-Spezialisten der übernommenen Commerzbank-Niederlassung an. Denn sie sollen an den jeweiligen Julius-Bär-Standorten die Migration als «Trouble Shooter» begleiten.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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