Schwerer Rückschlag für Falcon Private Bank?

Falcon-Private-Banking-Chef Erich Pfister (links) und CEO Eduardo Leemann

Falcon-Private-Banking-Chef Erich Pfister (links) und CEO Eduardo Leemann

Der Falcon Private Bank soll es derzeit untersagt sein, in Singapur neue Kunden zu akquirieren. Das Schweizer Institut ist Teil des Skandals um den malaysischen Staatsfonds 1MDB.

Die Nachricht der Schweizer Börsenzeitung «Finanz und Wirtschaft» ist allerdings mit einiger Vorsicht zu geniessen, denn sie ist weder von der Falcon Private Bank noch von Singapurer Aufsichtsbehörden bestätigt worden.

Ein Sprecher der Bank reagierte auf eine entsprechende Anfrage nicht; eine Sprecherin der Monetary Authority of Singapore (MAS) zeigte sich gegenüber finews.ch überrascht und sagte, die Behörde kommentiere keine aufsichtsrechtlichen Schritte.

Falcon in Singapur am Ende?

Die Falcon Private Bank, deren Wurzeln in Abu Dhabi sind, und die zum entsprechenden Staatsfonds gehört, zählt zu einer Gruppe von Instituten, die seit Monaten in den Korruptions- und Geldwäschereifall rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verwickelt sind.

Sofern die jüngste Nachricht richtig ist, würde dies mehr oder weniger das Ende der Falcon Private Bank in Singapur bedeuten. Das Institut beschäftigt im asiatischen Stadtstaat rund 40 Personen.

Gutes Timing?

Die Information gelangt an die Öffentlichkeit nur kurz nachdem die britische «Financial Times» gemeldet hatte, die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittle gegen den früheren Verwaltungsratspräsidenten von Falcon, Khadem al-Qubaisi, wie auch finews.ch berichtete.

Al-Qubaisi war seines Zeichens auch der frühere Chef des Staatsfonds von Abu Dhabi, der International Petroleum Investment Company.

Staatsfonds missbraucht?

Der malaysische Staatsfonds 1MDB war 2009 errichtet worden, um wirtschaftliche Entwicklungen des Landes zu fördern. Amerikanische wie auch die entsprechenden Behörden anderer Ländern vermuten jedoch, dass Milliarden an Dollar von einer kleinen Gruppe von Personen rund um Ministerpräsident Najib Razak umgeleitet und missbraucht worden sind.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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