Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein empfiehlt: «Mehr chillen»

Lloyd Blankfein, CEO Goldman Sachs

Lloyd Blankfein, CEO Goldman Sachs

Sich bloss abzurackern, das war gestern – faulenzen lautet heute die Devise – zumindest ab und zu. Derlei Weisheit diktiert Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein der kommenden Banker-Generation ins Pflichtenheft.

Studienabgänger, die sich für eine Karriere als Investmentbanker entscheiden, durchlaufen eigentlich eine beinharte Ausbildung: Nachtschichten, so genannte «All Nighters» und 100-Stunden-Wochen gehören zum Alltag eines Investmentbankers. Diese «Rekrutenschule» gilt es zu bestehen, wollen sie höher steigen.

Umso mehr überraschen die jüngsten Ratschläge von Lloyd Blankfein an die Jungbanker. Sie sollen «mehr chillen», sagte der Multimillionär und CEO der einflussreichsten amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs kürzlich an einer Diskussion vor Praktikanten (siehe nachstehendes Video).

Nur das Beste

Es sei nicht gut, die Arbeit allzu verbissen anzugehen. «Es gibt kein besseres Resultat, wenn man den 95. Entwurf überarbeitet», so Blankfein. «Jeder kann nur das Beste geben, mehr nicht».

Manchmal sei es sogar gut, nicht alles zu schaffen, was man machen müsste. Dann steigert man sich nicht so in die Dinge hinein, philosophierte der 61-Jährige.

Seit zehn Jahren an der Spitze

Blankfein selber kam durch Zufall zu Goldman Sachs. Der Harvard-Absolvent der Jurisprudenz bewarb sich 1981 beim amerikanischen Finanzinstitut wurde aber abgelehnt. Er heuerte stattdessen bei J. Aron an, einem Spezialisten für Gold- und Rohstoffandel.

Im selben Jahr übernahm Goldman Sachs die Firma und Blankfein war nun auch einer der «Goldmänner». Es folgte eine steile Karriere bis an die Konzernspitze, wo er seit 2006 agiert.

Durch Krisen mehr Selbstvertrauen

Der «Selfmademan» gab überdies zu: Auch er ringe vor wichtigen Meetings um Selbstvertrauen und dies trotz seines grossen Erfahrungsschatzes. «Ich atme tief durch, bevor ich mich in so eine Aufgabe stürze.»

Oft schaue er in den Abgrund und frage sich, ob dort der Boden sei. Doch wenn man schon zehn Mal unten war und gesehen habe, es gebe einen Boden, dann glaube man beim elften Mal daran. «Wenn am überlebt, gewinnt man auch ein gewisses Selbstvertrauen», Blankfein. 

Die Geschichte als Lehrmeisterin

Wohl aufgrund dieser Erfahrung rät er angehenden Bankern, den Dingen freien Lauf zu lassen. «Das Leben geht weiter, ein Kapitel folgt dem anderen, ob Ihr nun selbst die Seiten umdreht oder nicht.» Er selber hatte lange keinen klaren Plan, wohin er gehen wollte.

In diesem Zusammenhang rät Blankfein Bücher zu lesen, insbesondere historische. Dadurch bekomme man einen Sinn für die Zyklizität der Welt. «Etwas das 2000 Jahre alt ist, ist heute eventuell aktueller denn je», so Blankfein.

Aufteilen ist besser

Noch ein Rat vom einflussreichen Investmentbanker: (Auf)teilen sei besser, als alles für sich zu beanspruchen. «Auch wenn man überall besser ist als andere, ist es nicht möglich, alles selber zu stemmen.» 

Die Wachstumsmöglichkeiten seien grösser, für das Unternehmen und persönlich, indem man mehrere verschiedene Dinge tue.

Branche betreibt Image-Politur

Goldman Sachs und andere Investmentbanken haben in den letzten Monaten diverse Massnahmen ergriffen, um das ramponierte Image der Branche aufzupolieren und so die besten Talente zu finden und auch zu halten.

Denn zahlreiche Finanzskandale und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind die Ursachen dafür, dass die besten Talente heutzutage in den Technologie-Sektor namentlich ins Silicon Valley abwandern.

Massnahmenpaket geschnürt

Um den drohenden Attraktivitätsverlust abzuwenden, schnürte auch Goldman Sachs unlängst ein Massnahmenpaket. Seither steigen Analysten bei guter Leistung bereits nach zwei Jahren zur nächsten höheren Stufe, dem Associate, auf. Auch die Credit Suisse lässt Jungbanker mittlerweile schneller aufsteigen, wie auch finews.ch berichtete. 

 

 

 

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