Das Geheimnis der Star-Trader

Bild: Shutterstock

Bild: Shutterstock

Die besten Börsenhändler verfügen anscheinend über einen sechsten Sinn für erfolgreiche Deals. Diesem Sinn sind nun Hirnforscher auf die Spur gekommen.

Der Ticker blinkt über den Bildschirm, die Zeit verrinnt, der Deal wartet auf den Abschluss. Doch stimmt das Timing? Ein Trader kann das herausfinden, indem er mögliche Preisbewegungen blitzschnell errechnet. Oder, indem er einfach seinem Bauchgefühl folgt.

Indes: wenn es um Millionen-Einsätze geht, wirkt der Bauchentscheid geradezu fahrlässig. Wozu die ganze Rechenkraft, wozu der Risiko-Apparat der Investmentbanken, wenn am Ende alles auf eine Wette hinausläuft, liesse sich kritisieren. Und was aus dem Ruder gelaufene Wetten innerhalb einer Bank anrichten können, ist seit dem Skandal etwa um Ex-UBS-Händler Kweku Adoboli hinlänglich bekannt.

Trader unterm MRI

Ganz anders sieht das ein Team von Hirnforschern an der amerikanischen Elite-Uni California Institute of Technology (Caltech). Mit Messinstrumenten haben die Wissenschafter Tradern ins Hirn geblickt, und berichteten Erstaunliches. Sie wollen den «X-Factor» gefunden haben, der erfolgreiche Händler vom Mittelmass unterscheidet.

Noch mehr: Laut den Forschern lässt sich diese Fähigkeit trainieren, wie die Agentur «Bloomberg» berichtete.

Die Caltech-Wissenschafter liessen Gruppen von Probanden simulierte Trades abwickeln. Dabei beobachteten sie deren Gehirnaktivitäten mit einem MRI-Gerät. Eigentlich hatten die Forscher erwartet, dass dabei besonders jene Stellen im Gehirn aktiv werden, die beim Rechnen zum Einsatz gelangen.

Blitzgewitter in der Fussgängerzone

Stattdessen leuchteten die Geistesblitze an einem ganz anderen Ort auf. In jenem Hirnbereich nämlich, den wir brauchen, um das Verhalten anderer abzuschätzen. So etwa im Alltag, um auf dem Trottoir nicht zusammenzustossen. Dies, indem wir an Ausdruck, Haltung und Bewegung anderer Fussgänger «ablesen», ob sie uns nächstens in die Quere geraten.

Diesen Sinn nutzen Trader, um ihre Gegenparteien einzuschätzen, wie das Experiment nahelegte. Und je aktiver das Gebiet in ihrem Hirn, desto genauer «wussten» die Händler, wo sich die Preise hinbewegten.

Das zeigt: Auch so genannte Bauchentscheide spielen sich im Kopf ab. Und sie können Börsenhändlern den entscheidenden Vorteil bringen.

Empathisch statt eiskalt

Laut den Hirnforschern liegt der X-Factor der besten Trader darin, dass sie Wissen und Verständnis um den Deal mit emotionaler Kompetenz ergänzen. Diese Fähigkeit lässt sich mittels spezieller Übungen trainieren, glauben die Wissenschafter.

Auf die Ergebnisse des Empathie-Trainings darf man gespannt sein. Umso mehr, als damit dem gängigen Klischee vom eiskalt berechnenden Investmentbanker endlich etwas entgegen zu halten wäre.

 

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Blackrock-Mitgründerin: «Asset Manager sind keine Banken»
  • Nullzinspolitik: Und sie funktioniert doch – sagt Draghi
  • Europas Zukunft steht auf dem Spiel
  • Bankchef muss auf 41 Millionen Dollar verzichten
  • Wohnen wie Leonardo DiCaprio
  • 1'000 Börsengänge – und hoffnungslos im Hintertreffen
  • Kahlschlag bei der Commerzbank
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

Wie sich Angstkultur ausbreitet

Mehrere Tausend Stellen im Schweizer Bankgewerbe sollen verschwinden. Besonders betroffen davon ist das mittlere Kader.

Selection

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefondsanbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Das Unternehmen begründet die Verschiebung mit einem Verzug in den Verhandlungen um eine zweite Finanzierungstranche nach den Rekapitalisierungs-Massnahmen vom Sommer.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt. Die Zahlung erfolgte, weil die UBS ihre Broker nicht standesgemäss ausgebildet habe.

Avaloq

Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

weitere News