Luzerner KB lanciert neues E-Banking und denkt über Beratungsprozess nach

Die Luzerner Kantonalbank will neben ihren digitalen Kanälen auch ihre übrigen Vertriebswege weiter ausbauen.

Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) schliesst die ersten sechs Monate 2016 mit einem Konzerngewinn von 89,1 Millionen Franken ab, wie einer Mitteilung vom Dienstag zu entnehmen ist. Das sind 2,2 Millionen Franken respektive 2,4 Prozent weniger als per Mitte Jahr 2015.

Einem höheren Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft stehen weniger Erträge aus dem Kommissions- und Handelsgeschäft und ein strategiebedingt leicht höherer Geschäftsaufwand gegenüber. Die LUKB rechnet für das Geschäftsjahr 2016 unverändert mit einem Ergebnis in der Grössenordnung des Vorjahres. Damals betrug der Konzerngewinn 180,1 Millionen Franken.

Nettoneugeld: Durch das Marktumfeld weniger attraktiv

Auf Grund des Negativzins-Umfeldes hat das Thema Nettoneugeld stark an Attraktivität verloren, wie das Institut weiter berichtet. Die LUKB strebt primär ein Wachstum bei den Wertschriften- und Treuhandanlagen an und hat mit diesen im ersten Semester 2016 ein Plus von 563 Millionen Franken erzielt.

Bei den Kundeneinlagen will die Kantonalbank nur bedingt wachsen, um die bestehenden Kunden möglichst vor der Weiterverrechnung von Negativzinsen zu bewahren. Total weist die LUKB im ersten Halbjahr 2016 einen Netto-Neugeldzugang mit 290 Millionen Franken aus.

Die bei der Staatsbank betreuten Kundenvermögen belaufen sich auf 27,2 Milliarden Franken.

Neue E-Banking-Lösung Mitte September

CEO Daniel Salzmann zeigte sich am Dienstag erfreut über die Fortschritte von «2020@LUKB», der Strategie der Bank für die Jahre 2016 bis 2020: «Im April 2016 haben wir unser Leistungskonzept 'Immobilienbank' und das 'Immobilien-Kompetenzzentrum' lanciert. Zielmarkt sind professionelle Immobilieninvestoren aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz.»

Noch im Projektstatus befindet sich die LUKB gemäss Salzmann mit der Initiative «Neuer Beratungsprozess» für das Privatkundengeschäft (Retail). Ziel ist, die Kunden in Zukunft mit einer stärker auf die individuelle Lebenssituation ausgerichteten Beratung zu begleiten und vermehrt aktiv Handlungsfelder aufzuzeigen, wie es weiter heisst. Die breite Lancierung ist ab dem 2. Quartal 2017 geplant.

Voraussichtlich Mitte September 2016 wird das Finanzinstitut ein neues E-Banking einführen. Salzmann: «Die Kunden erhalten dabei neue, benutzerfreundliche Funktionen. Als Bank profitieren wir von effizienteren Prozessen im Hintergrund, weil die neue E-Banking-Lösung direkt auf unserem Kernbankensystem Avaloq aufsetzt. Dies wird die Durchlässigkeit der Daten und die Möglichkeiten für die Selbstadministration unserer Kunden verbessern.»

Investitionen ins Vertriebsnetz

Salzmann betonte weiter, dass die LUKB parallel zur Digitalisierungsstrategie auf ein ausgebautes Netz von Geschäftsstellen setzen und entsprechend investieren werde. Das Institut rechnet für den geplanten Neubau in Sursee mit einem Baustart Anfang 2018.

Beim Projekt am Seetalplatz in Emmenbrücke strebt die Kantonalbank ebenfalls einen Baustart im Laufe des Jahres 2018 an.

Noch im Jahr 2016 werden die Kundenhallen in Ebikon, Weggis und Reiden neu gestaltet. In der Mall of Switzerland schliesslich will die LUKB laut Salzmann eine erweiterte Selbstbedienungsbank einrichten.

 

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