Hochrangiger Schweizer Abgang bei der Deutschen Bank

Barbara Rupf Bee

Die Deutsche Bank muss einen neuen Vertriebsleiter für ihr Asset Management suchen. Die bisherige Chefin des Bereichs hat die Bank verlassen, wie Recherchen von finews.ch ergeben haben.

Barbara Rupf Bee ist nicht mehr bei der Deutschen Bank tätig. Die Schweizerin war nicht ganz drei Jahre als Vertriebschefin für Europa, Nahost und Afrika bei der Deutsche Asset & Wealth Management tätig gewesen. Sie bekleidete damit eine der Schlüsselpositionen in der Bank, verwaltete rund 550 Milliarden Euro und hatte über 400 Angestellte unter sich.

Das Asset Management spielt in der neuen Strategie der Deutschen Bank zwar eine wichtige Rolle, doch Rupf Bee zog es nach den teils turbulenten Jahren in Frankfurt vor, das anhaltend kriselnde Finanzinstitut zu verlassen. Eine Bestätigung des Abgangs von der Deutschen Bank steht noch aus.

Umzug nach London

Dem Vernehmen nach wird die 53-Jährige einen neuen Job in London annehmen. Rupf Bee kommentierte die Recherchen von finews.ch nicht.

Die hoch dekorierte Schweizer Bankerin war noch vom alten Managementteam der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, engagiert worden. Zuvor war sie während gut eineinhalb Jahren CEO des auf Schwellenländer spezialisierten Asset Managers Renaissance gewesen.

Unruhige Zeiten

Fast zehn Jahre ihrer Karriere verbrachte die Bankerin in London bei der HSBC, wo sie zunächst das Vertriebsgeschäft für Hedgefonds leitete, dann Chefin des Bereiches Alternatives wurde und schliesslich die Führung des globalen Vertriebs für institutionelle Kunden übernahm.

Bei der Deutschen Bank erlebte Rupf Bee unruhige Zeiten, schlitterte das eher dem Investmentbanking verpflichtete Haus in eine tiefe Krise, welche nicht nur die Co-CEOs Jain und Fitschen wegspülte.

Start als Investmentbankerin

Auch Rupf Bees Vorgesetzter Michele Faissola, der den Bereich Deutsche Asset & Wealth Management leitete, musste Ende 2015 seinen Sessel räumen.

Der neue CEO John Cryan hatte das Asset Management und Private Banking getrennt und das Geschäft mit vermögenden Privatkunden Christian Sewing übergeben, Leiter Privat- und Geschäftskunden. Nach dem Ausscheiden von Quintin Price im vergangenen Juni ist das Asset Management führungslos. Ab 1. September übernimmt die Leitung Nicolas Moreau.

Ihre Karriere startete Barbara Rupf Bee nach einem Studium an der San Jose State University als Investmentbankerin bei Nomura und J.P. Morgan. Sie wechselte dann zur Julius Bär, wo sie ab 1999 CEO der Fund-of-Hedgefunds-Tochter Creinvest wurde.

Nach einem Abstecher zur Union Bancaire Privée in Zürich wechselte sie dann zur HSBC nach London.

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NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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